12.03.2019 16:30 |

Harald Preuner:

„Der Verkehr ist unser dringendstes Problem“

Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner ist nicht für politischen Aktionismus bekannt: Darum ist er auch gegen eine Neutor-Sperre, kann sich aber andere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung vorstellen. Er will auch SP und Grüne einbinden: „Jeder sollte einsehen, dass er nicht im Alleinbesitz politischer Weisheit ist.“

Vor der Wahl hieß es: Harald Preuner hat das politische Mikado gewonnen. Er hat sich nicht gerührt, andere wollten das Neutor sperren?

Es ist eher meine Art, alle Beteiligten einzubinden, Probleme auszudiskutieren und danach Lösungen zu präsentieren. Das mit der Neutorsperre war eine Ho-Ruck-Aktion, die niemandem etwas bringt.

Können Sie sich eine Verkehrsberuhigung vorstellen, brauchen wir sie überhaupt?

Wir sollten eine Lösung finden, bei der jeder sein Gesicht wahren kann. An die Adresse der Grünen: Sie sollten einsehen, dass ihre Ansichten nicht die alleine gültigen sind, es gilt auch, andere Auffassungen zu akzeptieren.

Welche Maßnahmen wären da möglich?

In der Innenstadt wäre ein Kreisverkehr beim Rot-Kreuz-Parkplatz möglich, auch den Bus-Tourismus, den wir 2018 um 10.000 Fahrten eingeschränkt haben, sollten wir noch etwas zurück fahren.

Der Verkehr ist das ärgste Problem in der Stadt?

Wir warten auf die gemeinsame Pendlerstrom-Analyse mit dem Land, die Ergebnisse sollten im Sommer vorliegen. Da kann es keine Insellösungen geben.

Gerade wird die Verlängerung der Lokalbahn bis zum Mirabellplatz geplant

Einen 700 Meter langen Tunnel für die Lokalbahn zu graben, vom Bahnhof bis zum Schloss Mirabell, das wird es nicht spielen und das ist nicht sinnvoll. Wenn, dann müsste man die S-Bahn aus Richtung Golling mit der Lokalbahn einbinden. Sonst wäre das Fahrgastaufkommen für dieses Vorhaben viel zu gering.

Die Grünen wollen ein Zukunftsressort für Planung und Verkehr?

Ich hake das unter Wahlkampfgetöse ab, über Ressorts wird erst nach der Stichwahl geredet.

Stichwort Wohnungen. Wie viele davon braucht Salzburg noch?

In jedem Fall andere als bisher. Wir dürfen nicht Sozialwohnungen über teure Eigentumswohnungen quer finanzieren. Was dabei herauskommt, sehen wir in der Riedenburg: Eine schlechte Lösung, die Häuser wurden viel zu hoch, weil der Bund sich den Grund teuer bezahlen ließ.

Die Politik muss für leistbare Baugründe sorgen und darf sich nicht auf solche Spielchen und Maximalverbauungen einlassen.

Wie sicher ist die Stadt, kommt eine Stadtwache?

Mit uns sicher nicht, Private mit Pfefferspray und Schlagstöcken brauchen wir nicht. Wir arbeiten gut mit der Polizei zusammen, werden aber unser Personal beim Amt für öffentliche Ordnung aufstocken und besser ausstatten.

Ihr Erfolgsgeheimnis bisher und in Zukunft?

Nichts hinausposaunen, bevor nicht alles in trockenen Tüchern ist, zuerst Grundlagen und Finanzierung sichern. Und die Wähler goutierten, dass Unfreundlichkeiten und Streitereien vor allem zwischen Stadt und Land passe sind.

Auf wen hören Sie?

Natürlich auf meine Frau. Und auf Klubobmann Christoph Fuchs sowie Bernd Huber in meinem Büro. Alle sind unverzichtbar.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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