Außergewöhnlicher Job

„Ich pimpe Häuser vor deren Verkauf“

In den USA ist „Home Staging“ seit vielen Jahren vor einem Immobilienverkauf fast unabdingbar. In Österreich ist die Inszenierung von Räumen noch nicht so bekannt. Yvonne Werginz arbeitet aber bereits seit zehn Jahren in diesem Metier, nachdem sie die Idee von Amerika mitgebracht hat. Seit acht Jahren ist sie mit ihrer Firma „Wohnfee“ erfolgreich selbstständig und verschönert Wohnungen und Häuser mit einigen Tricks, damit sie schneller verkauft oder vermietet werden. City4U bat sie zum Interview:

„Eine Home Stagerin inszeniert die Räume einer Wohnung oder eines Hauses für den Verkauf oder die Vermietung, damit sich der künftige Bewohner die Funktion der Räume besser vorstellen kann und natürlich die Räume gleich wohnlicher wirken“, erklärt Yvonne Werginz über ihren Beruf im City4U-Interview. Dabei werden alte Möbel und Teppiche entfernt und durch neue, moderne Stücke ersetzt. Lampen werden angebracht, Deko platziert. „Home Staging bringt einen Wettbewerbsvorteil. Eine gestagte Wohnung verkauft sich ganz einfach rascher. Unsere Arbeit macht im Schnitt rund ein Prozent vom Verkaufspreis aus. Das klingt viel, aber bei einer perfekt inszenierten Wohnung dreht der Kunde vor dem Abschluss nicht mehr an der Preisschraube“, weiß die 56-Jährige.

Derzeit betreut Wohnfee rund 30 Immobilien gleichzeitig. „In jeder Immobilie befinden sich rund 150 bis 180 Teile. Bei uns wird jedes Projekt an einem einzigen Tag gestaged. Das ist oft eine logistische Herausforderung. Wenn wir dann jedoch die Bilder von unserem Profi-Fotografen bekommen und für die Vermarktung weitersenden, freuen wir uns nochmals sehr über das Ergebnis“, beschreibt Werginz. Um diese große Anzahl an Objekten bedienen zu können, braucht es ein großes Möbellager: „Das war nach der Firmengründung eine große Herausforderung, weil das eine große Investition erforderte. Ohne tolle Ware, kein toller Output.“ Mittlerweile hat die Home Stagerin in ihrem Lage geschätzte 5000 Möbel und Accessoires.

Wenn Werginz mit ihrem Team von drei fixen Mitarbeitern eine Immobilie betritt, werden zuerst die Räume besichtigt, der Zustand der Wände und Böden begutachtet. Kleine Reperaturen werden von Handwerkern erledigt. Nach ein bis zwei Wochen erfolgt dann das eigentliche Staging. Was Werginz besonders gut gefällt an ihrem Job? „Kein Tag ist wie der andere. Und ich mag es, auch selbst kräftig mitanzupacken.“ Mittlerweile gibt es sogar spezielle Seminare für Home Staging. „Noch wichtiger als Basis ist aber ein gutes Organisationstalent, kaufmännisches Know How und ein Gefühl für Materialien und Farben“, erläutert Werginz. Dass sie das hat, beweisen ihre Kunden: „Wir haben einmal ein Scheidungshaus inszeniert. Als der Auftraggeber wieder kam und wir das Haus übergaben, meinte er: ,Hätte ich gewusst, wie schön dieses Haus sein kann, würde ich doch gerne wieder einziehen.‘“

Jeder kann mit ein paar einfachen Tricks seine vier Wände auf Vordermann bringen: „Man sollte Großmöbel immer neutral kaufen und lieber mit Accessoires wie Polstern und Plaids aufpeppen. Eine Wand kann man selbst mit einer trendigen Farbe bemalen oder eine hübsche Tapete aufziehen. Jetzt im Frühjahr kann man in den Wald gehen und Zweige schneiden, die in einer Bodenvase oder am Esstisch für gute Laune sorgen. Ein ganz kostengünstiger Trick: Einfach mal die Möbel umstellen, das wirkt Wunder.“

März 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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