06.03.2010 13:54 |

Abfahrts-Weltcup

Cuche und Vonn holen sich die Kristallkugeln

Didier Cuche und Lindsey Vonn haben sich am Samstag die Abfahrts-Kristallkugeln geholt. Der Schweizer gewann die Trophäe durch einen Sieg beim Rennen im norwegischen Kvitfjell, die US-Amerikanerin triumphierte in Crans Montana. Für Vonn ist es bereits der dritte Abfahrts-Gesamtsieg in Folge.

Cuche kann nach seinem Sieg nun beim Finale in Garmisch-Partenkirchen nicht mehr eingeholt werden. Der 35-jährige Schweizer, der bei Olympia leer ausgegangen war, gewann vor Lokalmatador Aksel Lund Svindal und dem Steirer Klaus Kröll, der trotz Oberschenkelblessur zum ersten Mal in dieser Saison aufs Stockerl fuhr.

Trotz dieses erfreulichen Details ist seit Samstag Gewissheit, dass Österreichs Ski-Herren mehr als ein Jahr ohne Abfahrtssieg bleiben. Den bis dato letzten Triumph in der "Königsdisziplin" hatte Kröll am 7. März 2009 in Kvitfjell gefeiert. Mario Scheiber wurde diesmal Siebenter, Hans Grugger Zehnter, Michael Walchhofer 15. und Romed Baumann 17. Benjamin Raich verpasste als 38. Weltcup-Punkte, vor dem Super-G am Sonntag schmolz sein Vorsprung im Gesamt-Weltcup auf den ersten Verfolger Carlo Janka (in der Abfahrt Sechster) auf 70 Punkte.

Vonn dominiert bei den Damen
In Crans Montana wurde die Abfahrt zur Beute von Saison-Dominatorin Vonn. Die 25-jährige US-Amerikanerin setzte sich in dem von wechselnden Bedingungen und daher auch von zahlreichen Überraschungen geprägten Rennen hauchdünn vor der Südtirolerin Johanna Schnarf (+0,01 Sekunden) und der Schweizerin Marianne Abderhalden (0,38) durch.

Vonn hat damit sechs von bisher sieben Weltcup-Abfahrten in dieser Saison gewonnen. Die logische Folge ist, dass Vonn, die auch Olympia-Gold in dieser Disziplin erobert hat, bereits vor dem Finale in der kommenden Woche in Garmisch-Partenkirchen zum dritten Mal in Folge als Siegerin im Abfahrts-Weltcup feststeht.

Bis der 32. Sieg ihrer Weltcup-Karriere feststand, musste Vonn allerdings lange zittern. Denn rund um Startnummer 30 wurden die Wind- und Sicht-Bedingungen deutlich besser. "Heute war es nicht einfach, aber das ist Skifahren. Die einen hatten Rückenwind, die anderen Gegenwind", beschrieb Siegerin Vonn die Wetterlotterie. Sie selbst war bei eher schlechter Sicht unterwegs gewesen.

"Abfahrt-Saison unglaublich für mich"
Über den Gewinn des Abfahrt-Weltcups meinte Vonn: "Wahnsinn, ich bin sehr stolz darauf. Diese Saison war in der Abfahrt unglaublich für mich. Danke an mein Team, das sehr viel gearbeitet hat." Als Gewinnerin der Super-G-Kristallkugel steht Vonn bereits seit Ende Jänner fest. Ob sie auch eine Kugel für die Super-Kombi erhält (es wurden nur zwei Saisonbewerbe durchgeführt), entscheidet die FIS erst.

Und auch im Gesamt-Weltcup hat Vonn gute Karten. Der Vorsprung auf die Deutsche Maria Riesch, die am Samstag Platz sechs belegte, beträgt vor dem Super-G am Sonntag 197 Zähler.

Mader als beste ÖSV-Läuferin auf Rang acht
Zahlreiche Außenseiterinnen wie Schnarf (Startnummer 32) oder Abderhalden (Nummer 35) nutzten einen Tag nach der windbedingten Absage der Super-Kombi die Gunst der Stunde. Bei den Österreicherinnen, die in dieser Weltcup-Saison weiter ohne Abfahrts-Podestplatz sind, traf dies auf der verkürzten, vom Super-G-Start wegführenden Abfahrt nur auf Regina Mader zu. Die Tirolerin wurde vor den Augen von James-Bond-Darsteller Roger Moore - der Brite besitzt in Crans Montana eine Winterresidenz - als beste ÖSV-Läuferin Achte und war danach überglücklich.

"Ich habe sehr viel riskiert. Dadurch bin ich zwar oft von der Ideallinie weggekommen, aber ich war anscheinend trotzdem schnell. Ich freue mich riesig, dass ich meine Trainingsleistungen endlich auch im Rennen umsetzen konnte", meinte die 24-Jährige. Auch sich selbst überrascht hat die Lokalmatadorin Abderhalden, die jüngere Schwester von Jörg Abderhalden, dem erfolgreichsten Athleten im Schweizer Nationalsport Schwingen.

Görgl "ziemlich verärgert"
Schwer enttäuscht war hingegen Elisabeth Görgl, die Olympia-Dritte belegte nur Rang 36. "Ich war sicher nicht schnell, aber mein Ski auch nicht. Ich bin ziemlich verärgert, weil ich im Training schnell war und nichts anders gemacht habe", haderte die Steirerin. Und Riesch sieht im Gesamt-Weltcup die Felle davonschwimmen. "Es wird natürlich immer schwieriger, Lindsey noch einzuholen. Vor allem, weil noch zwei Super-G und eine Abfahrt auf dem Programm stehen. Und da ist sie fast unschlagbar, sie ist einfach die Beste."

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