08.03.2019 16:23 |

In den USA verurteilt

Salzburger (51) stahl Identität von totem Baby

Ein 51-jähriger Auswanderer aus Salzburg wurde im Süden des US-Bundesstaats Washington wegen Identitätsdiebstahls verurteilt. Der in den 90er-Jahren ausgewanderte Mann hatte die Identität eines toten Babys benutzt, um die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erlangen.

Richter Sal Mendoza Jr. verurteilte den 51-Jährigen in Richland zu drei Jahren Haft. Zwei Jahre bekam er demnach für den Identitätsdiebstahl, ein halbes Jahr für falsche Zeugenaussage. Zu einem weiteren halben Jahr verdonnerte ihn der Richter, weil er seine Bewährungsauflagen verletzt hatte. Der gebürtige Salzburg hat laut Außenamt in Wien mittlerweile die paraguayanische Staatsbürgerschaft. Erst war erst vor zwei Monaten auf Bewährung aus der Haft entlassen worden, zu der er wegen Betrugs verurteilt worden war.

Der 51-Jährige war als geschäftsführender Vorstand eines Unternehmens für Biosprit aufgetreten und soll dabei Investoren betrogen haben, wie die US-Zeitung „Tri-City Herald“ berichtet. 2006 soll er die Errichtung einer Fabrik betrieben haben, in der aus Abfällen Biodiesel erzeugt hätte werden sollen. Auch vor seiner Emigration soll er in Zusammenhang mit Fälschungen und teils vollendeten, teils versuchten Betrügereien in Österreich mit Gerichten zu tun gehabt haben.

Im nunmehrigen Fall wurde ihm vorgeworfen, die Identität eines texanischen Babys, das weniger als 24 Stunden gelebt hatte, benutzt zu haben, um die eigene amerikanische Staatsbürgerschaft zu beweisen. Damit wollte der 51-Jährige offenbar an einen US-Reisepass gelangen. Er bat den Richter um Gnade und darum, ihn möglichst bald nach Hause zu seiner Familie zu schicken. Seine Frau habe Krebs und seine Kinder würden ihn brauchen.„Es tut mir wirklich leid, was passiert ist“, so der Angeklagte vor Gericht.

Der Richter zeigte sich aber ungerührt. Der Beschuldigte habe wiederholt Betrügereien verübt, sagte Mendoza: „Je länger Sie im Gefängnis sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Sie Verbrechen begehen“, betonte der Richter und warnte den 51-Jährigen, dass er dessen Ausführungen noch skeptischer gegenüberstehen werde, wenn dieser noch einmal bei ihm auftauchen werde. Zudem stellte Mendoza klar, dass es keine Rolle spiele, dass das Neugeborene nur wenige Stunden gelebt habe. „Es ist nicht weniger schwerwiegend, als ob die Person noch am Leben wäre. Es ist noch immer Identitätsdiebstahl und es ist verschärfter Identitätsdiebstahl.“

Auf eine Geldstrafe verzichtete Richter Mendoza. Der Angeklagte habe keine Möglichkeit, diese zu bezahlen, weil er Schulden in Millionenhöhe wegen der Wiedergutmachung für die früheren Verurteilungen habe. 2015 war er zu einer Zahlung von 13 Millionen Dollar an die seine Betrugsopfer und zu weiteren 2,6 Millionen Dollar an das US-Finanzamt verurteilt worden.

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