Sa, 23. März 2019
08.03.2019 13:07

Ultraorthodoxe erbost

„Frauen der Mauer“ sorgen für Krawall in Jerusalem

Großer Aufruhr in Jerusalem am Weltfrauentag: Hunderte strenggläubige Juden haben an der Klagemauer lautstark gegen die Gebete einer Gruppe liberaler jüdischer Frauen protestiert. Laut den „Frauen der Mauer“ sei es bei den Tumulten auch zu gewaltsamen Übergriffen gekommen. Die Polizei sprach hingegen lediglich von „Spannungen“ und „Flüchen“ - man habe schnell für Ordnung gesorgt.

Die Zeitung „Haaretz“ berichtete von Hunderten strengreligiöser Juden, die am Freitag versucht hätten, Polizeibarrikaden zu durchbrechen, und dann Unterstützer der Frauengruppe attackiert, bespuckt und bedroht hätten. Wie die „Frauen der Mauer“ (Neshot HaKotel) erklärten, seien dabei zwei ihrer Mitglieder verletzt worden. Nach dem Einschreiten der Polizei habe man die Gebete am südlichen Teil der Klagemauer fortgesetzt.

Jahrzehntelanger Kampf für gleiche Gebetsrechte
Die „Frauen der Mauer“ kämpfen seit Jahrzehnten darum, wie Männer an der Klagemauer beten zu dürfen - und zwar laut singend, mit Gebetsschal und eigenen Tora-Rollen. Am Freitag beging die Gruppe den 30. Jahrestag ihres monatlichen Gebetsdienstes an der heiligen Stätte. Laut „Haaretz“ hätten Rabbiner dies gleich im Keim ersticken wollen, indem sie bereits am Morgen Tausende strenggläubige Schülerinnen losschickten, um den Platz zu besetzen.

Mühsam errungener Beschluss lässt Wogen hochgehen
Nach jahrelangem Streit hatte die israelische Regierung 2016 beschlossen, dass neben den getrennten Gebetsbereichen an der Klagemauer auch ein gemeinsamer Bereich für Männer und Frauen eingerichtet werden soll. Dort sollten alle die gleichen Gebetsrechte haben. Aufgrund des Drucks ultraorthodoxer Koalitionspartner wurde die Vereinbarung dann wieder auf Eis gelegt, bevor Anfang 2018 schließlich doch mit dem Projekt begonnen wurde - was seitdem für steten Wirbel sorgt.

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