Aschermittwochgespräch

„Menschen darf man nicht aus den Augen verlieren!“

„Wirtschaft & Ethik“ - so lautete das Thema beim 17. Aschermittwochgespräch der Sparkasse OÖ in Linz, über das mit dem Steyrer Gabriel Felbermayr, seit 1. März Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Joachim Haindl-Grutsch (Industriellenvereinigung Oberösterreich) und Sparkasse OÖ-Generaldirektor Michael Rockenschaub drei Experten diskutierten.

Vorab: Das Trio betonte trotz aller Unterschiedlichkeit, dass Ethik in der Wirtschaft trotz allem Gewinnstrebens hohen Stellenwert haben müsse. „Die Sparkasse OÖ lebt im 170-jährigen Jubiläumsjahr nach wie vor ihre Gründeridee, mit einem stabilen Geschäftsmodell Wohlstand für alle zu ermöglichen“, so das Credo von Sparkasse OÖ-Generaldirektor Michael Rockenschaub. „Wer Innovationen forciert und dabei den Wert des Menschen nicht aus den Augen verliert, wird auch in Zukunft Erfolg haben!“

Markt und Ethik
Mit dem Spannungsfeld zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik setzte sich mit Gabriel J. Felbermayr der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft auseinander. „Wenn der Schutz von Kindern ein hohes moralisches Gut ist, wie kann man dann Freihandel mit Ländern betreiben, in denen Kinderarbeit existiert?“, fragte er. Seine Antwort: In der Wirtschaftspolitik führen die Gegebenheiten des Marktes nicht selten zu anderen Schlussfolgerungen als Gesinnungsethik. IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch warnte vor der „einseitigen Darstellung, dass Arbeit, ob Digitalisierung und Flexibilisierung, immer unerträglicher werde“.

Max Stöger, Kronen Zeitung

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