05.03.2019 08:15 |

Wahl Check

Wie viele Touristen kann die Stadt noch vertragen?

6,5 Millionen Tagesgäste besuchen die Stadt Salzburg im Jahr. Unter anderem kommen sie mit Reisebussen. Deren Zahl konnte auf 40.000 pro Jahr reduziert werden.

Für Stadt-Chef Harald Preuner (ÖVP) ist klar, dass der Reisebus-Tourismus für die Stadt problematisch ist. Man müsse dem entgegensteuern und die Zahl weiter verringern. Erste Erfolge brachte die Einführung von gebührenpflichtigen Reservierungsslots – die Zahl der Busse wurde so von 2017 auf 2018 um 10.000 reduziert. Eine höhere Gebühr wird kommen. Preuner will auf Qualitätstouristen setzen, denn diese sichern Arbeitsplätze.

Die Gebühren-Erhöhung fiel noch zu gering aus
Auch Herausforderer Bernhard Auinger (SPÖ) will den Qualitätstourismus forcieren. Für ihn ist die erträgliche Grenze in der Innenstadt bereits überschritten. Die geplante Erhöhung der Bus-Gebühr geht ihm nicht weit genug. Er würde gerne mehr verlangen. Das Messezentrum wäre für den Vize-Bürgermeister der ideale Verteilerpunkt.

Gewohnt etwas schärfer formuliert es die FPÖ. Spitzenkandidat Andreas Reindl könnte sich im schlimmsten Fall eine Obergrenze vorstellen, denn „auch Einheimische müssen ohne Trubel ihre Stadt genießen dürfen“, sagt der Freiheitliche. Für ihn müssen die Touristenströme auf den „Ameisenrouten“ entzerrt werden. Zu viele Bustouristen sind es für die grüne Martina Berthold. Die Schuld dafür gibt sie Harald Preuner, der „in seiner Verantwortung für das Ressort in den vergangenen 15 Jahren vieles verschlafen hat“, sagt die Nummer eins der Bürgerliste.

Neue Busterminals sollen kommen
Nicht neu ist ihre Forderung nach der Schließung des Terminals in der Paris-Lodron-Straße. Stattdessen sollen welche in Salzburg-Nord und Süd und im Messezentrum mit attraktiven Anbindungen geschaffen werden.

Keine neuen Rekorde will Neos-Stadtrat Lukas Rößl-huber: „Diese bringen nichts.“ Sein Vorschlag wäre, dass pro Reisebus 500 Euro in der Stadt verbleiben sollen. Wie das gehen soll? Mittels Einkaufsgutscheinen. Einen Mehrwert könne sich auch KPÖ-Kandidat Kay-Michael Dankl vorstellen. Mit Einnahmen aus den Bus-Gebühren würde er die Öffis billiger machen.

Mehr Kontrollen für „Wilde“ gefordert
Die Linken rund um Hadwig Soyoye-Rothschädl sehen die Kapazitätsgrenzen erreicht, wollen stadtnahe Zustiegsmöglichkeiten reduzieren und „wilde“ Busse besser kontrollieren.

Es gibt viel zu viele Tagesgäste in der Stadt
Die Politker sind also darin eins: Es gibt zu viele Tagestouristen in der Landeshauptstadt. Vor allem in den Hauptsaisonen werden die Bürger auf die Geduldsprobe gestellt. Man darf gespannt sein, welche der vorgeschlagenen Maßnahmen nach der Wahl auch Gehör finden und umgesetzt werden und wie schnell die Maßnahmen auch spürbar werden. Das Busterminal in der Paris-Lodron-Straße, in der Nähe des Mirabellplatzes, beispielsweise ist schon seit Jahrzehnten ein Brennpunkt-Thema. Viel wurde darüber geredet, wirkliche Lösungen gibt es für diesen Punkt bis dato trotzdem nicht.

Fakt ist: Salzburg braucht Touristen und lebt auch von diesen. Wie so oft liegt es an den Entscheidungsträgern, die für die Bevölkerung besten Maßnahmen zu setzen.

Felix Roittner

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