04.03.2019 16:59 |

IS-Terrorkrieger:

Mit Schussverletzung auf „Erholungsurlaub“ in Wien

Was in der Akte des aus Wien stammenden und nun in Syrien gestellten IS-Terroristen steht, ist kaum zu glauben:  Azad G. (27) war bereits nach einem einjährigen Einsatz für die Armee der Fanatiker wieder in seine Heimat zurückgekommen und erholte sich in Österreich von einer Schussverletzung. Die Justiz hat ermittelt, stellte das Verfahren aber ein: G. genoss somit unbehelligt mitten in Wien seinen „Fronturlaub“.

In einem aktuellen Video - die „Krone“ berichtete - gab sich der aus Wien stammende IS-Terrorist geläutert: „Ich hoffe, dass alle erkennen, dass ich reumütig bin. Ich kann den Menschen nur mitgeben, vorsichtig und nicht leichtgläubig zu sein“, sagte der Österreicher mit türkischen Wurzeln.

2014 mit Schussverletzung zurück nach Österreich
Jetzt liegen der „Krone“ zu diesem Fall weitere Informationen aus Justizkreisen vor: Der nun reumütige Azad G. reiste bereits 2013 erstmals nach Syrien und dürfte sich damals mitten im Kampfgebiet aufgehalten haben - 2014 kam der mutmaßliche IS-Terrorist nämlich mit einer Schussverletzung zurück nach Österreich.

„Diese Wunde fiel in Wien auf, die Staatsanwaltschaft begann mit Ermittlungen“, berichtet der „Krone“-Informant. Doch der Terrorkrieger konnte sich weiterhin unbehelligt in Österreich bewegen: Für eine Anklage fehlten offenbar die Zeugen und auch Beweise, das Verfahren wurde im Jahr 2015 eingestellt.

Gut erholt zurück nach Syrien
Mit einer verheilten Schusswunde und offenbar gut erholt zog Azad G. wieder in den Krieg nach Syrien, den seine Kameraden dort mit Enthauptungen und Verbrennungen von Gefangenen besonders grausam führen. Zwar wurde 2016 ein internationaler Haftbefehl gegen den österreichischen IS-Terroristen ausgestellt, doch der Wiener war im Kalifat der Islamisten sicher. Erst jetzt, zwei Jahre später, geriet der Österreicher in Gefangenschaft und lieferte per Video ein Geständnis.

Bei der Durchsicht der Akte des IS-Terrorkriegers drängen sich jetzt Fragen auf, die das Magistrat in Wien den Ermittlern sicher beantworten könnte:

  • Wurde die Schusswunde von Azad G. in einem Wiener Krankenhaus (und somit auf Kosten der Steuerzahler) behandelt?
  • Und wie finanzierte der mutmaßliche IS-Terrorist in Österreich seinen Lebensunterhalt sowie die Reisen ins Kriegsgebiet? Bekam er Unterstützung von seiner Familie, von Glaubensbrüdern, oder bezog Azad G. Mindestsicherung?
Richard Schmitt
Richard Schmitt
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