01.03.2019 07:30 |

Bei Diskussion

Grüne und FPÖ fetzten sich vor 300 Jungwählern

Jede Stimme zählt – das wissen Salzburgs Politiker. Am Donnerstag hatten sie die Möglichkeit, 300 jugendliche Erstwähler von sich zu überzeugen. Die Bürgermeisterkandidaten aller Parteien bzw. deren Vertreter stellten sich einem Jugend-Check und dabei ging es nach zähem Beginn in den letzten Minuten heiß her.

Mira, Lia-Marie und Sebastian von der HTL Salzburg haben im Rahmen ihres Diplomprojektes eine Informationsoffensive entwickelt und planten dabei auch einen Jugend-Check ein. Die Diskussion fand am Donnerstag in der TriBühne Lehen statt. 300 Schüler waren dabei anwesend.

17.000 Wähler im Alter von 16 bis 25 Jahren entscheiden am 10. März mit, wenn es darum geht, wer in Salzburg Stadtchef wird und wer in den Gemeinderat einzieht. Die Politiker wissen: Es zählt jede Stimme.

Laaange, fast eineinhalb Stunden, stellten sich die Politiker vor, präsentierten ihre Ansichten zu den verschiedensten Themen: Wohnen, die Preise für die Öffis, die Neutorsperre, das Grillverbot, mehr Flächen für die Jungen – alles kam aufs Tapet, um den Anwesenden einen (zu) ausführlichen Überblick zu bieten. Die meisten hörten zwar aufmerksam zu, dem einen oder anderen Schüler wurde dann aber doch ein wenig langweilig. Manche schauten lieber ins Smartphone oder versuchten, heimlich Musik zu hören.

Am Ende der Diskussion gab’s blau-grünen Streit
Für die eigentliche Diskussion mit dem Publikum blieben nur 20 Minuten. Da zeigte sich aber, welche Themen den jungen Leuten unter den Nägel brennen. Warum ist es nicht möglich, online abzustimmen und via Internet bei der Gestaltung der Stadt mitzuentscheiden? Aber vor allem die Öffis nerven: Zu lange Wartezeiten, unfreundliche Busfahrer, zu volle Busse am Freitag auf dem Heimweg.

Mit einem Nebensatz fiel Julia Schmitzberger (FPÖ) in Ungnade. Sie erwähnte, dass sie sich nach einem Kino-Besuch am Bahnhof auf dem Vorplatz nicht sicher fühlte. Eine Zuhörerin wollte es genau wissen: Warum nicht? „Ich bin nicht ängstlich. Aber wenn man da drüber geht, wie auf einem Laufsteg und es sich anfühlt wie bei einer Fleischbeschau, dann wird einem mulmig“, meint sie und verweist auch auf die Messerstecherei in Hallein. Sie würde sich ein Heimwegtelefon oder ein Frauentaxi für wünschen, erwähnte sie.

Berthold: „Salzburg ist eine sichere Stadt“
Da wurde nicht nur das Publikum unruhig. Martina Berthold (Grüne) brachten die Aussagen auf die Palme: „Salzburg ist eine sichere Stadt!“ Man müsse bei Sexismus genau hinsehen, sie wolle aber nicht, dass unterschwellig Ausländer für dieses Unsicherheitsgefühl verantwortlich gemacht werden, wie das die FPÖ gerne tue. Dafür erntete die grüne Kandidaten großen Applaus von den 300 Jugendlichen.

Bernhard Auinger (SPÖ) nahm es mit Humor. „Salzburg ist nicht Chicago“, meinte er. Und: „Gut, dass noch einmal Schwung in die Diskussion kommt.“ Christoph Ferch (Liste SALZ) bat zum Abschluss die beiden Damen dann noch: „Vertragt’s euch bitte wieder.“

Bei der Frage, ob sich denn die Schüler sicher fühlen in der Stadt, zeigte dann auch noch der Großteil auf – eine gute Bestätigung für Berthold also.

Und auch als es darum ging, wer denn am 10. März zur Wahlurne schreitet, gaben – wenn auch etwas unmotiviert – fast alle Zuhörer ein Handzeichen.

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