01.03.2019 05:00 |

Zu Karfreitag:

„Erschreckend, wie man mit Minderheiten umgeht“

Superintendent Olivier Dantine, in der evangelischen Kirche oberster Vertreter von rund 16.000 Mitgliedern in Salzburg (und 11.000 in Tirol), kritisiert die Karfreitags-Entscheidung scharf: „Wo die Minderheit am kleinsten ist, trifft es sie besonders hart.“ Er sieht massive Auswirkungen.

Ihre erste Reaktion?

Was mich vor allem stört, ist der Umgang. Es gab nur leere Versprechungen.

Wie wichtig ist der Feiertag für Evangelen?

Es ist das Zentrum unseres Glaubens, dass Jesus nur durch das Kreuz den Tod überwinden konnte. Nach dem Heiligen Abend ist der Karfreitag am wichtigsten. In den meisten Pfarrgemeinden gibt es schon am Vormittag einen Gottesdienst. Vor allem in den kleineren Pfarren sind die räumlichen Distanzen oft groß.

Es heißt, dass die evangelische Kirche ursprünglich zugestimmt hat

Da wurde einiges missinterpretiert. Es gab sehrwohl Vorschläge, auch andere religiöse Minderheiten mitzunehmen. Mit einem entscheidenden Unterschied: Wir dachten an einen zusätzlich freien Feiertag, nicht an Urlaub.

Die Aufregung in den Gemeinden ist groß?

Wenn ich in Salzburg und Tirol die Aufregung mitbekomme, ist die Lage wirklich ernst. Die Menschen sind empört, wie mit Minderheiten umgegangen wird. Die Aussage, für 96 Prozent der Bevölkerung ändere sich nichts, hat mich sehr betroffen. Wir haben aus der Geschichte ein kollektives Gedächtnis mitgenommen. Es gab Verfolgung und dann Jahrzehnte der Versöhnung. Jetzt kommt das wieder hoch.

Sabine Salzmann

 krone.at
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