22.02.2019 18:00 |

Zukunftsmodell

Neuer Rektor will Uni an die Spitze führen

Ein 65-jähriger Arzt und Psychologe übernimmt ab 1. Oktober die Leitung der Universität Salzburg. Hendrik Lehnert freut sich auf seine Aufgabe und kündigt für die kommenden Wochen Gespräche mit Vertretern von Uni, Stadt und Land an. Auf seine Wahl gibt es viele positive Reaktionen. Die Landes- und Stadtpolitik ist erleichtert, dass das Gezerre um den Spitzenposten endlich vorbei ist.

„Ja, natürlich nehme ich die Wahl an. Ich freue mich riesig auf die Aufgabe und auf Salzburg“, sagte Lehnert in einer ersten Reaktion. Sein großes Ziel, mit dem er letztlich auch den Unirat (Aufsichtsrat) überzeugte: „Ich will die Uni exzellent machen, an die Europa-Spitze führen und sichtbarer machen, dabei alle Bereiche mitnehmen und diese noch besser vernetzen.“

Arzt übernimmt eine Uni ohne Medizin-Fakultät

Ein Facharzt für Innere Medizin übernimmt ab Herbst eine Uni, an der es keine medizinische Fakultät gibt. Wie passt das zusammen? „Sehr gut! In meinem Verständnis muss Medizin mit Natur-, Gesellschaft- und Lebenswissenschaften zusammenwirken. Außerdem bin ich auch Psychologe.“ Dieser Fachbereich ist einer der größten der Salzburger Alma Mater.

Außerdem sei eine Zusammenarbeit mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) gewünscht: „Da schlummert ein Riesen-Potenzial, das ich wecken möchte.“ PMU-Rektor Herbert Resch reagiert darauf vorsichtig positiv.

Der Wahl von Lehnert war, wie berichtet, ein wochenlanges Hick-Hack vor-ausgegangen. Der Salzburger Arbeitsrechtler Rudolf Mosler lag in einem ersten Dreiervorschlag hinter Ex-Ministerin Sonja Hammerschmid und Lehnert, wurde dann aber als Erster gereiht, während Hammerschmid gestrichen wurde, worauf sie sich „sachlich diskriminiert“ fühlte.

Moslers Kritiker meinten, Seilschaften an der Uni würden dessen Wahl zu intensiv betreiben, weil er dafür stehe, dass alles so bleibe, wie es derzeit sei – nämlich Mittelmaß.

Nun sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), er sei froh über die Wahl Lehnerts: „Ich begrüße seinen Fokus auf Exzellenz, weil das auch mein Ansatz ist.“ Stadtchef Harry Preuner (ÖVP) meint, er sei erleichtert, „dass sich die Uni nun wieder ihren ureigensten Aufgaben“ widmen könne: „Das Gezerre in den vergangenen Wochen hat kein gutes Licht auf die Universität geworfen.“

Der neue Rektor tritt am 1. Oktober sein Amt an

Aus den einzelnen Fachbereichen hört man durchwegs positive Stimmen über den zukünftigen Rektor. Gelobt wird dessen „wohldurchdachtes Konzept“ und die Erfahrung in der Führung einer Universität.

Lehnert wird mit Beginn des neuen Studienjahres am 1. Oktober die Nachfolge von Heinrich Schmidinger antreten, der die Uni seit 2001 leitet. Sein Vertrag läuft über vier Jahre. Er ist der erste Rektor, der nicht aus dem Haus stammt.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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