21.02.2019 12:14 |

Nebulöser Fall in Rom

Diplomatentochter (17) nach Nordkorea verschleppt

Die 17-jährige Tochter eines ranghohen nordkoreanischen Diplomaten, der Medienberichten zufolge im November von Italien aus Asyl beantragt hat und dann untergetaucht ist, ist von nordkoreanischen Geheimdienstagenten in Italien entführt und nach Nordkorea zurückgeführt worden. Der Fall sorgte in Italien für einen Eklat. Es sei unerhört, dass nordkoreanische Geheimdienste die minderjährige Tochter eines Diplomaten entführen, der jetzt Tortur in ihrer Heimat drohe, sagte der Staatssekretär im italienischen Außenministerium, Manlio Di Stefano. Die Diplomatentochter hatte vor der Verschleppung eine Schule in Rom besucht.

Südkoreanische Medien hatten den Fall ans Tageslicht gebracht. Italien prüfe derzeit die entsprechenden Berichte, wie Außenminister Enzo Moavero Milanesi am Mittwoch sagte. „Danach werden wir Schlüsse ziehen.“

Amnesty International rief die italienische Regierung auf, sich sofort einzuschalten, um die Hintergründe der Verschleppung zu klären. „Wie ist es möglich, dass nordkoreanische Agenten in Rom eine Minderjährige verschleppen konnten?“, so der Präsident von Amnesty International Italia, Antonio Marchesi.

Abgetauchter Botschafter an „sicherem Ort“
Der nordkoreanische Botschafter in Rom, Jo Song Gil, ist ein weiterer ranghoher Vertreter der kommunistischen Diktatur, der der Führung um Machthaber Kim Jong Un den Rücken kehrt. Der 48-jährige Diplomat werde an einem „sicheren Ort“ geschützt, hieß es laut südkoreanischen Medien.

Jo hatte seinen Posten im Oktober 2017 angetreten, nachdem die italienische Regierung seinen Vorgänger Mun Jong Nam aus Protest gegen einen nordkoreanischen Atomtest des Landes verwiesen hatte. Zuletzt setzte sich der frühere nordkoreanische Vize-Botschafter Thae Yong Ho nach London ab.

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