21.02.2019 08:00 |

Nordische Ski-WM

Eine Taxifahrt durch das Winterwunderland

Wilfried Suitner ist seit 40 Jahren als Taxifahrer in Seefeld tätig. Der „Krone“ zeigte er seine Lieblingsplätze am Plateau. Daraus entpuppte sich eine Fahrt wie durch ein Märchenland. 

Ich war der erste Kochlehrling am ganzen Plateau„, erzählt Wilfried Suitner, als er durch den WM-Ort fährt, den er wie seine Westentasche kennt. “Im Jahr 1954 war das, seither hat sich viel verändert.„

Wo früher noch Wiesen und Felder waren, stehen heute Hotels. “Der Ort ist gewachsen, der Tourismus wurde stärker, viele Häuser an ausländische Investoren verkauft„, schildert der 80-Jährige, dem nicht alle Entwicklungen gefallen. “

Ausflüge mit den Gästen waren ganz normal
„Über 20 Jahre kochte Suitner in Seefeld, 1979 wechselte er vom Herd hinters Steuer. “Die Gäste waren damals anders„, erzählt er, während draußen eine wunderschöne Winterlandschaft vorbeizieht. Es geht nach Gießenbach, einem Ort zwischen Seefeld und Scharnitz. “Die Touristen kamen mit einem Lächeln, man hat gemeinsam Ausflüge gemacht. Da war man gleich mal einen Tag lang gebucht."

Der Mercedes biegt auf einen Parkplatz und hält vor dem Gasthof Ramona. “Die haben das ganze Jahr offen„, schwärmt der Seefelder. Vor allem ist es aber der Wintergarten, der das Gasthaus zu etwas Besonderem macht. In der Sonne sitzend zeigt der 80-Jährige alte Fotos - von sich in der Küche, von Seefeld ohne Hotels.

Nach einem Kaffee geht die Fahrt weiter, nächster Halt: “Triendlsäge„. Ebenfalls ein Restaurant, aber darum geht es dem Taxifahrer nicht nur. “Es ist der Weg dorthin„, sagt der Einheimische und zeigt auf die Natur. Meterhoch liegt der Schnee, Bäume biegen sich unter der Last: “Haben wir nicht eine wunderschöne Heimat.„

An die Weltmeisterschaft 1985 kann er sich noch gut erinnern. „Die Taxifahrer haben gelitten, so viele Straßen waren gesperrt“, erzählt er. Aber es gibt auch schöne Erinnerungen: „Tanzkapellen haben gespielt, es war Leben auf den Straßen. Die Leute waren ausgelassen.“ „Die Seefelder Mentalität“, schildert Suitner, „ist offen und nett - ein Miteinander.“

Weniger Stress, mehr Lebenslust
Touristen seien heute gestresster als früher, fährt er fort, als der Weg wieder in Richtung neuem Bahnhof geht. Die erste Frage an den Taxifahrer sei heute jene nach dem Preis, nicht mehr nach einem Ausflugsziel. Dabei hätte Wilfried Suitner bestimmt noch den ein oder anderen Geheimtipp auf Lager.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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