21.02.2019 07:00 |

Verwirrung nach Lawine

Stöcke, Helm und Rucksack lösten Suchaktion aus

„Noch einmal Glück gehabt“ - das wird sich ein Skitourengeher am 14. Februar wohl gedacht haben. Er entkam in den Loferer Steinbergen knapp einer Lawine. Dass er dabei Stöcke, Helm und Rucksack verlor, war in diesem Moment wohl nebensächlich. Am Dienstag lösten die Gegenstände dann aber eine Suchaktion aus.

Auf einem Lawinenkegel im Bereich des Rothorns entdeckten Tourengeher am Dienstag Teile einer Skitourenausrüstung. Vom Besitzer fehlte allerdings jede Spur. Die Wintersportler befürchteten, dieser könnte unter den Schneemassen begraben liegen. Also alarmierten sie die Einsatzkräfte.

Akribische Suchaktion
Ein Notarzthubschrauber und ein Polizeihubschrauber waren vor Ort. Aber nicht nur aus der Luft, auch am Boden wurde akribisch nach dem vermeintlich Verschütteten gesucht. Hundestaffel, Alpinpolizisten sowie zehn Mann der Freiwilligen Bergrettung St. Ulrich am Pillersee suchten den Lawinenkegel ab. Zweieinhalb Stunden lang dauerte der Einsatz. Gefunden hat man allerdings niemanden ...

„Da keine Vermisstenmeldung einging, wurden wir stutzig“, schildert Sebastian Widmoser, Leiter der Bergrettung St. Ullrich: „Wir erkundigten uns in der Umgebung und es stellte sich heraus: Der Lawinenabgang hatte bereits am 14. Februar stattgefunden.“ Ein Deutscher geriet damals unter die Lawine. Allerdings konnte er sich durch einen Airbag wieder befreien. Dabei verlor er die gefundenen Gegenstände.

„Solche Situationen gehören gemeldet“
„Auch wenn man einer Lawine knapp entkommt, soll man das unbedingt melden“, stellt Widmoser klar. „Überhaupt, wenn für nachkommende Tourengeher der Eindruck entstehen könnte, dass noch jemand Hilfe braucht.“ Wie sich im Nachhinein herausstellte, hatte der Deutsche den Vorfall sogar gemeldet.

„Wo er das gemacht hat, wissen wir derzeit noch nicht. Leider ist diese Nachricht untergegangen“, schildert Widmoser. Er empfiehlt, derartige Informationen an die Leitstelle weiterzugeben: „Dort gehen die Alarmierungen ein und deshalb sind hier auch die Infos gefragt.“

Meldet man so eine Situation nicht, könnte das auch sehr teuer werden. „Wir bewegen uns hier in einer rechtlichen Grauzone. Hätte ein Fehlalarm durch eine Meldung verhindert werden können, ist es aber gut möglich, dass man für den Einsatz auch zahlen muss“, erklärt Widmoser.

Lea Singer, Kronen Zeitung

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