20.02.2019 12:45 |

Politische Planspiele

Die Weichen für Schnöll als Landeschef gestellt

Es war eine eher unbemerkte, aber auch eine politische Weichenstellung. Das Festspielkuratorium verlängerte den Vertrag von Präsidentin Helga Rabl-Stadler vorzeitig bis Ende 2020. Damit ist der Weg frei für einen neuen Präsidenten. Heißt der Wilfried Haslauer? Und folgt ihm Kurz-Intimus Stefan Schnöll als Landeschef?

Das Festspielkuratorium tagte Montag abends unter dem Vorsitz von Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner, unter Punkt 5 stand dabei ganz allgemein „Personelles“ auf dem Programm. Weil der Vertreter des Bundes, Sektionschef Jürgen Meindl, vorzeitig nach London reisen musste, wurde dieser Punkt vorgezogen.

Neue Verträge wegen Planungssicherheit

Aus Gründen der „Planungssicherheit“, wie betont wurde, stand bereits jetzt die Verlängerung des Vertrages von Intendant Markus Hinterhäuser an, der noch bis 2021 gilt. Seine Vertragsverlängerung gilt als sicher. Ebenso wurde jedoch auch der bis September 2020 geltende Vertrag mit der Festspielpräsidentin fortgeschrieben – er gilt nun bis zum Jahresende 2020.

Damit dürfte klar sein: Die neue Ausschreibung für einen Präsidenten oder eine Präsidentin erfolgt sehr kurzfristig im vierten Quartal 2020, es gibt einen klaren Favoriten: Den jetzigen Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer! Gleichzeitig könnte am VP-Parteitag im Herbst 2020 der jetzige Landesrat Stefan Schnöll auf das Schild gehoben werden.

Stefan Schnöll wäre jüngster Landes-Chef

Dann wäre der jetzige Verkehrslandesrat knapp 33 Jahre alt und mit Abstand der jüngste Landeshauptmann, den Salzburg in der Zweiten Republik hatte: Josef Klaus (von 1949 bis 1961) und Gabi Burgstaller (2004 bis 2013) waren bei ihren Amtsantritten jeweils 39 Jahre alt.

Stefan Schnöll hat in der ÖVP eine steile Karriere hinter sich und er gilt als Wunschkandidat von Kanzler Sebastian Kurz. Er ist, im Gegensatz zum klassisch-konservativen ÖVPler Wilfried Haslauer, eher der Vertreter der neuen, „türkisen“ ÖVP-Richtung.

Schnöll war Generalsekretär der JVP und folgte Kurz auch als Obmann nach: Er bekleidet die Funktion bis heute. Bei der Wahl 2017 erhielt Schnöll 99,1 % der Delegiertenstimmen.

Von 2013 bis 2017 war Stefan Schnöll auch Vizepräsident der Jungen Europäischen Volkspartei. Der gelernte Jurist war bis Juni 2018 sieben Monate lang Mitglied des Nationalrates.

Und für die Nachfolge der beliebten Langzeitpräsidentin (seit 1995) Helga Rabl-Stadler könnte man sich wohl keinen kunstsinnigeren Politiker als Wilfried Haslauer wünschen. Haslauer, der im Mai 2021 seinen 65er feiert, lässt keine Festspielaufführung aus, ist mit den Sponsoren ebenso gut vernetzt wie mit der Bundes-ÖVP, was künftigen Debatten zum Festspiel-Budget sicherlich zugute kommt.

Stefan Schnöll am Dienstag zur „Krone: „Für mich stellt sich diese Frage nicht, ich habe als Landesrat genug zu tun und liebe mein Amt.“

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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