20.02.2019 11:51 |

Comic-Rezension

„Die Mumins“ - Ein Spaß für die ganze Familie

In Finnland gehören die Mumintrolle von Tove Jansson zum Nationalschatz. Mittlerweile gibt es neben einem Museum in Tampere, mehr Merchandise als eine einzelne Person besitzen kann, zahlreiche Buchadaptionen und Zeichentrickserien und eine geplante animierte Serie mit dem Namen ,Moominvalley‘ soll 2019 erscheinen. Zusammen mit dem Reprodukt Verlag durften wir drei der schönen und reich illustrierten Einzelbände vorstellen und als Paket verlosen.

Es beginnt mit der Anzeige in einer Zeitung. Ein Posten für einen Leuchtturmwärter ist frei. Weit draußen am Meer, auf einer kleinen Insel, immerzu den Gezeiten ausgesetzt. „Kennst du dich eigentlich mit Leuchttürmen aus, Papa?“ fragt der kleine Mumin, einer der weißen Trolle und einer der Hauptprotagonisten und erhält als Antwort vom Muminvater ein beruhigendes, schwärmendes: „Nein, aber ich fand ihr Blinken schon immer unwiderstehlich.“ Erstmal auf der Insel angekommen fühlt sich die Muminmutter, ein herzlicher Charakter, bald seltsam alleine. Während der Muminvater drauf und dran ist einem Bohemian gleich ein Leben voller Abenteuer, Stürme und erzählenswerter Geschichten zu erleben - so sehnt sich die Mutter von Anfang an nach Hause zurück. So sehr, das sie aus Erdresten ihres alten Gartens beginnt neue Pflanzen zu ziehen.

Von Naturkatastrophen und dem Weg nach Hause
Die Kernfamilie der Mumintrolle wird im Laufe der Geschichte immer vielfältiger. Den kleinen, runden Trollen folgen schon bald die borstigen Gespenster vor der Tür, aber auch rastlose Wanderer wie der Schnupferich, die gütige Tooticki und das heimlichtuerische Paar Tofsla und Vifsla. Die Abenteuer in denen sich diese bunten Figuren, die ursprünglich in Strips in der Zeitung erschienen, wiederfinden sind wie die damaligen Kinderbücher aufgebaut. Es geht um die Familie, um Rituale, um Kinder die Erwachsen werden wollen und um Häuser die einmal zum Bersten voll und dann wieder zum Gähnen leer sind. Manchmal bedroht ein Komet das friedliche Tal der Mumins, manchmal eine Überschwemmung oder es sind innere Konflikte, die die kleine Familie bedrohen. Die süßen, leicht unheimlichen Kindergeschichten stellen sehr tiefe, philosophische Fragen und präsentieren ambivalente Anker für unsere Imagination. 

Die Frau mit den Trollen und dem kleinen Koffer
Tove Jansson, wie auch Astrid Lindgren gelten als Begründerinnen einer neuen Form der Kinderliteratur in Schweden. Dabei hatte die finnlandschwedische Schriftstellerin in den Wirren des zweiten Weltkrieges viel mehr an Buchumschlägen, Postkarten und antifaschistischen Plakaten zu tun. Auch großflächige Fresken, weg vom Stil den wir von den Mumins kennen, haben für einen hohen Bekanntheitsgrad gesorgt. Gelegentlich darin versteckt, wie ein Markenzeichen, ein Mumintroll. Erst den Ermutigungen des Schriftsteller, Wegbegleiter und Politker Atos Wirtanen ist das erste Kinderbuch aus Toves Feder zu verdanken. Er selbst wurde übrigens im Schnupferich verewigt, so wie Tove Jansson einige ihrer Beziehungen in den Figuren verewigt. Neben dem Politker finden wir auch die Regisseurin Vicia Bandler und die Grafikerin Tuulikki Pietilä wieder.

Tove Jansson, die aus einer Künstlerfamilie stammte, war selbst immer wieder vom Erfolg ihrer Geschichten überrascht und kehrte in ihren späten Jahren als erfolgreiche Autorin auch wieder zu ihren geliebten Zeichnungen zurück. Eine ihrer Romane erzählt in semi-biographischer Art ihre fantastische Kindheit und trägt den klingenden Namen: Die Tochter des Bildhauers. Ihr Leben als Kunstschaffende und Queer-Ikone inspiriert bis heute Menschen auf der ganzen Welt.

Wem könnte es gefallen? 
Die Mumins sind für jedes Alter geignet, werden vom Verlag her mit +6 angeraten, zum Vorlesen eignen sich die Bücher schon ab dem Alter von fünf Jahren. Jede einzelne Geschichte kann komplett für sich gestellt gelesen werden, sowohl der Erzähl- wie auch der Zeichenstil verändert sich immer wieder. Die Geschichten überzeugen durch große Qualität und die Kunst spricht sowohl Erwachsene, wie auch Kinder an.

Dieses Gewinnspiel fand in der Zusammenarbeit mit dem Reprodukt Verlag statt, bei dem nicht nur die anderen Kurgeschichten, sondern auch die Gesamtausgaben aufgelegt werden.

Anna Krupitza
Anna Krupitza
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