14.02.2019 14:36 |

Minuten reichen nicht

Strafverfügung für Nudelfirma, weil Kochzeit fehlt

Eine kuriose Strafverfügung ist am Mittwoch der „Finkensteiner Nudelfabrik“ ins Haus geflattert. Wie das Kärntner Unternehmen auf Facebook bekannt gab, sei man etwa gerügt worden, weil ein Zubereitungshinweis nicht vollständig angegeben worden sei. Eine aufgedruckte Sanduhr mit dem Hinweis „8-10 Minuten“ reiche nicht aus - es fehle der dezidierte Hinweis, dass das die Kochzeit sei.

Das war aber nicht der einzige „Verstoß“, der in dem Schreiben der Bezirkshauptmannschaft Villach gerügt wurde. Einerseits hatte das Unternehmen angegeben, dass pro Kilogramm Nudeln vier Eier enthalten sind, was 20 Prozent entspreche. Hier hält die Behörde fest, dass die Angaben „ausschließlich in Prozent“ anzugeben seien. Das Mindesthaltbarkeitsdatum und ein Hinweis zur Aufbewahrung („Bei Raumtemperatur trocken und lichtgeschützt lagern“) seien außerdem „nicht in unmittelbarer Nähe zueinander“ angebracht - die Nudelfabrik präsentierte auf Facebook ein Foto einer Verpackung, wo diese beiden Hinweise durch die Chargennummer und den Strichcode getrennt sind.

„Kurios ist das Ganze schon“
Mit Humor versucht inzwischen Inhaberin Katharina Gregori die Causa zu nehmen: „Man muss ja sagen: Die Damen und Herren machen nur ihren Job. Aber kurios ist das Ganze schon.“ Die Etiketten wurden im Jahr 2014 eingeführt - damals habe es noch keine Beanstandungen gegeben, aber in der Zwischenzeit dürfte eine neue Verordnung gekommen sein. Für das Piktogramm mit der Sanduhr habe man sich entschieden, um sich am Markt abzuheben. „Da muss man sich ja auch fragen - was macht zum Beispiel ein Analphabet, wenn nur das Wort Kochzeit aufgedruckt ist?“ Schwer tut sie sich auch mit dem laut Behörde nicht zulässigen Hinweis auf die Anzahl der verwendeten Eier: „Das entspricht ja nur der Wahrheit, wie wir produzieren.“ Zu bezahlen sind 623 Euro aus der Strafverfügung: „Vorschrift ist eben Vorschrift.“

Hoffen auf Übergangslösung
Gregori will nun das Gespräch mit den Behörden suchen, um eine Übergangslösung zu finden. Müssen die Etiketten nämlich sofort umgetauscht werden, würde das bedeuten, dass zehn Tonnen qualitativ einwandfreie, aber eben falsch etikettierte Nudel neu verpackt werden müssen, was Tausende Euro kosten würde. Bei den Beständen im Lager werden bereits neue Etiketten angebracht.

Familienbetrieb produziert um die 90 Nudelsorten
Das Familienunternehmen wurde im Jahr 1882 in Bozen gegründet, 1907 übersiedelte es an den heutigen Standort im Bezirk Villach-Land. Bei der „Finkensteiner Nudelfabrik“ sind neun Personen beschäftigt, hergestellt werden um die 90 verschiedenen Nudelsorten.

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