14.02.2019 08:30 |

Missstand bei Polizei

Bewerber für Polizeischule müssen zur Wiederholung

Wie peinlich! 115 Bewerber für die Polizeischule absolvierten im Herbst ganz oder teilweise den Eignungstest mit Erfolg. Egal, befand der Innenminister. Ab 2019 gelten neue Kriterien: Alle nochmals zum Test! Die Gewerkschaft spricht von einem „Bärendienst“, die Liste der Missstände bei der Polizei wird immer länger.

„Die Personaloffensive des neuen Innenministers ist gescheitert“, so der Salzburger FSG-Gewerkschaftschef Walter Deisenberger: „Die für 2019 versprochenen 140 neuen Beamten sind so wohl nicht realisierbar.“ Weil die offiziellen Stellen ja die Schüler in der Statistik schon mitzählen. Und das ist bei der momentanen Personalsituation der Polizei eine echte Hiobsbotschaft.

Im Herbst teilte man 70 Bewerbern mit: Eignungstest bestanden, alles in Butter! Weitere 45 haben Teile bestanden. Doch zur Schule dürfen sie nicht. Das Ministerium legte für 2019 neue Kriterien fest – bitte den Test wiederholen!

„Nicht nur, dass die Personalsituation damit weiter verschärft wird“, so Gewerkschafter Deisenberger: „Der riesige Aufwand war umsonst und die geschätzten Kosten pro Bewerber von fast 1000 Euro sind hinausgeworfenes Geld. Es ist ein echtes Armutszeugnis und es zeugt wieder einmal von der Planlosigkeit innerhalb des Exekutivapparates.“

140 neue Polizisten für 2019 sind Wunschtraum
Und es gibt weiter Missstände ohne Ende: Die Verkehrsinspektionsabteilung für die Stadt Salzburg sollte laut Plansoll mit 44 Beamten bestückt sein. Das ist sie aber schon lange nicht mehr. 23 Beamte versehen hier den Dienst, von der Polizeispitze bekommen sie seit Jahren zu hören: „Der Verkehr ist in Salzburg ein Problem, das man vernachlässigen kann.“

Personalnot ohne Ende bei der Unfallaufnahme
Österreichweit einmalig ist auch, dass in Salzburg nur ein Mann mit dem VW-Bus zur Unfallaufnahme ausrückt: Er soll die Unfallstelle absichern und den Hergang penibel aufnehmen: „Eine zusätzliche Streife zur Verstärkung ist oft nicht aufzutreiben“, heißt es dazu. Besonders prekär ist die Situation bei den Festspielen: „Wir müssen uns immer Personal oder Kommandanten von der Rathaus-Inspektion ausborgen, die selbst zu wenig Beamte hat.“

40 Monats-Überstunden sind bereits ganz normal
Der Wahnsinn schlechthin aber sei die Überstunden-Situation: Die Beamten berichten von monatlich 40 Überstunden aufwärts, zu Spitzenzeiten können es auch schon einmal 60 sein.

„Frustrierend und oft gefährlich ist es, wenn man auf Verstärkung in schwierigen Situationen lange warten oder auch gänzlich darauf verzichten muss“, sagt Walter Deisenberger.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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