12.02.2019 13:25 |

Freispruch

Mann ließ Hund erschießen: Aus Angst um Kinder

Er sei so ein braver Hund gewesen, der „Wastl“. Doch nachdem er eine Spaziergängerin in den Finger gebissen hatte, schlug sein letztes Stündlein. Sein Herrchen, ein Metzger (41), rief einen befreundeten Jäger (49) und ließ den Vierbeiner erschießen. Nun mussten sich beide Männer vor Gericht verantworten: Freispruch! Nicht rechtskräftig.

Am Dienstag nahmen die beiden Pongauer auf dem Anklagestuhl des Salzburger Landesgerichts Platz. Der Vorwurf lautete auf Tierquälerei. 

Hund starb, nachdem er Wanderer in Finger biss

„Wastls“ Todesurteil fiel im vergangenen November. Die Mutter des Metzgers wollte bloß mit dem Hund Gassi gehen. Als sie mit ihm über ein Nachbargrundstück ging, entwischte ihr der Vierbeiner und lief zu einem öffentlichen Weg. Aus heiterem Himmel fiel er dort eine Spaziergängerin an und biss sie in den Finger.

Besitzer war in Sorge um seine Kinder

„Ich hatte Angst um meine Kinder“, erklärte der der dreifache Vater den Grund, warum sein treuer Gefährte sterben musste. Sein jüngstes Kind sei erst neun Monate. Unvorstellbar, was passiere, wenn der Hund das Kind verletze! Der Metzger rief darum seinen Freund an. „Ich bin seit 30 Jahren Metzger, wenn etwas bei einem Tier nicht passt, dann kommt es weg“, erkärte er Richter Günther Nocker seinen Gedankengang. An das Einschläfern des Hundes oder ein Tierheim habe er nicht gedacht. Nur ein Schuss durch das Jagdgewehr des Freundes machte „Wastl“ den Garaus. Es sei ein schneller Tod ohne Schmerzen gewesen, erklärte der Jäger. 

Richter: Keine mutwillige Tötung

Die beiden Pongauer wurden vom Vorwurf der Tierquälerei freigesprochen. Lust am Quälen oder Boßhaftigkeit konnte Rat Nocker nicht festellen, dies sei aber ein Kriterium für eine Verurteilung. „Das Tier starb aus der Sorge eines Vaters, seine Kinder könnten verletzt werden“, beendete der Richter nach 15 Minuten den Prozess.

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