09.02.2019 06:30 |

Volksschule Lannach

Aufregung um Urlaubsfotos des Direktors

Darf ein Schuldirektor Urlaubsfotos ins Netz stellen, auf denen er halbnackt posiert? Diese Frage wird derzeit an der Volksschule von Lannach diskutiert. Eltern laufen gegen Schulleiter Andreas Thurner Sturm. Der pocht auf sein Recht auf Privatleben – und sieht sich gemobbt.

Seit 2017 ist Andreas Thurner, 42-jähriger Grazer mit Leobner Wurzeln, Direktor an der Lannacher Volksschule. Der erfahrene Lehrer trat mit großen Plänen an und hat sich, so hört man aus dem Umfeld, auch als toller Pädagoge bewährt.

In Badehose auf Instagram
Es ist eine private Leidenschaft, über die Thurner nun zu stolpern droht. Der Pädagoge legt Wert auf Fitness, trainiert fast jeden Tag, wie er selbst erklärt. Das Ergebnis der Schinderei präsentiert er im Netz auf seinem familiären Instagram-Profil. Dabei unterlief ihm ein Fehler: Bei seinem Antritt in Lannach war das Profil, dem 114.000 Nutzer folgen (!), kurz öffentlich einsehbar. „Wir haben es erst später gesperrt“, räumt Thurner ein.

Das Malheur war passiert; Fotos des Herrn Direktor kursierten in Schule und Umfeld. Mehrere Eltern sind empört: Ein Pädagoge habe Vorbildwirkung. Da sei es unangebracht, spärlich bekleidet zu posieren.

Nichts Pornografisches
Thurner sieht es naturgemäß anders: „Es ist nichts Pornografisches dabei, ich weiß doch, was ich tue. Ich lebe gesund und achte auf meinen Körper, das sieht man auf den Urlaubsfotos. Wie soll denn ein Direktor ausschauen, um als Vorbild durchzugehen? Muss er altmodisch gekleidet sein und einen Bierbauch haben?“

Doch auch abseits der Foto-Affäre hat es sich Thurner mit einigen Eltern verscherzt. Seit seinem Antritt hat er etwa bei der Nachmittagsbetreuung das ständige Kommen und Gehen einzelner Kinder abgestellt und das Fußballspielen in der Aula verboten.

Wird umstrittener Schulleiter gemobbt?
Zudem sieht er sich ernsthaft gemobbt. Die Vertretung, die er für einen langfristig erkrankten Kollegen angefordert habe, sei ihm monatelang verwehrt worden. Die daraus resultierende Überforderung und der ständige Wirbel im Umfeld seien letztlich auch ein Grund, warum nun drei der zwölf Stammlehrer um Versetzung angesucht hätten.

Unstrittig bleibt: Das Klima rund um die Schule ist vergiftet. Es brodelt gewaltig - und auch die steirische Bildungsdirektion räumt auf „Steirerkrone“-Nachfrage ein: „Wir haben sofort auf die Vorwürfe reagiert. Kommende Woche werden wir Gespräche mit dem Direktor führen.“

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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