Studien beweisen:

Kein Naturprodukt: Pelz ist nicht umweltfreundlich

Pelz ist ein Naturprodukt, dessen Produktion besonders nachhaltig ist - so argumentiert die Pelzindustrie seit Jahren. Auch in dieser Herbst-/Wintersaison fehlten PR-Initiativen und Werbemaßnahmen mit dieser Kernaussage nicht. Tierschützer weisen diese Behauptung entschieden zurück. Viele Studien beweisen: Pelzmode ist kein natürliches Produkt, sondern mit vielen giftigen Chemikalien belastet.

„Pelz ist alles andere als ein umweltfreundliches Material, auch wenn die Pelzindustrie es im Rahmen ihrer aktuellen PR-Strategien gerne so darstellt“, sagt „Vier Pfoten“-Wildtierexperte Thomas Pietsch. „Im Laufe der Verarbeitung wird Pelz mit verschiedenen umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien behandelt, die sich auch im Endprodukt finden. So enthält er Formaldehyd und Ethoxylate, die Allergien, Krebs und Störungen des Hormonhaushaltes verursachen können.“ Zudem sei auch die Zucht von Wildtieren auf Pelzfarmen ökologisch höchst problematisch, so Pietsch: „Die ungeheuren Mengen an Fäkalien von Tausenden Farmtieren verunreinigen Böden und anliegende Gewässer. In der Nachbarschaft von Pelzfarmen leiden Anwohner unter starker Geruchsbelästigung und Insektenplagen.“ Von Pelzfarmen entkommene Nerze oder Marderhunde stellen überdies in Europa als nichtheimische Arten eine Gefahr für die lokale Tierwelt dar und bedrohen die Artenvielfalt.

Auch gejagter Pelz ist problematisch
Und wie sieht es mit Pelz aus europäischer Fuchsjagd aus, der in manchen Ländern als Alternative beworben wird? Zwar ist es laut „Vier Pfoten“ positiv, dass den Tieren ein Leben auf Pelzfarmen erspart wird, eine ökologische oder seuchenhygienische Notwendigkeit für die Abschüsse der Beutegreifer besteht jedoch nicht. „Die Fuchsjagd stellt eine reine Vergnügungsjagd dar, die zudem häufig mit tierquälerischen Methoden wie Treib- oder Baujagd verbunden ist. Daher ist sie sowohl aus Tierschutzsicht als auch aus ökologischen Gründen als fragwürdig abzulehnen“, sagt Pietsch. Auch die Felle geschossener Tiere können Schadstoffe enthalten - schließlich werden auch sie gegerbt und chemisch behandelt. „Die Gifte im Kleidungsstück sind deshalb ja nicht weniger oder ungefährlicher“, erklärt Pietsch.

In Österreich ist die Haltung von Pelztieren zur Gewinnung von Pelz übrigens schon lange verboten. Weltweit werden jedoch auf Pelzfarmen jährlich mehr als 100 Millionen Tiere getötet. Mehr als 40 Millionen davon stammen aus europäischen Farmen. Das Fazit für Konsumenten fasst Experte Pietsch folgendermaßen zusammen: „Egal, woher die Felle stammen: Aus Tierschutz- und Umweltschutzsicht ist jeder Echtpelz klar abzulehnen. Verbraucher können auf das globale Fur Free Retailer Program zurückgreifen, in dem fast 1000 garantiert pelzfreie Modemarken zu finden sind. Zusätzlich können sie sich bei Umweltorganisationen über Siegel für ökologisch und fair hergestellte Mode informieren.“ Pietsch stellt auch klar: „Wer Umweltschutz wirklich ernst nimmt, verzichtet auch auf Kunstpelz, lässt mal Modetrends wie die Jacke mit Fake Fur Kragen aus und bevorzugt natürliche oder ökologisch unkritische Materialien.“

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