Mi, 22. Mai 2019
04.02.2019 18:05

2,7 Mio. Euro Schaden

Task Force bekämpft ab nun Sozialleistungsbetrug

Jetzt hat auch die Polizei in Salzburg eine Task Force, die den Sozialleistungsbetrug bekämpft. Es geht um bis zu 2,7 Millionen Euro Schaden pro Jahr. Ob mit der angeblichen Kinderschar im Ausland oder dem illegalen „Einkommen“ als Dealer, die Ermittler nehmen künftig alles genau unter die Lupe.

Leiten wird die Task Force Rat Mag. Wolfgang Haim vom Landeskriminalamt. „Der volkswirtschaftliche Schaden des Sozialleistungsbetrugs betrug in ganz Österreich im Vorjahr 15 Millionen Euro. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Denn bei der Summe geht es um die Fälle, die aufgedeckt werden konnten. „Die tatsächlich betrügerisch erschlichene Summe dürfte weitaus höher sein.“

Haim kündigt Schwerpunktaktionen an und nennt Beispiele aus der Praxis. „Es gab etwa eine 85-Jährige, die hat sich mit der E-Card der Tochter Operationen im Wert von über 50.000 Euro erschlichen hat. Dann hatten wir schon Dealer, die illegal Unsummen einnahmen und nebenbei die Mindestsicherung bezogen. “Es gibt da Tausende Varianten. Beliebt ist auch das Erfinden von Kindern. Mit gefälschten Urkunden wird so Beihilfe bezogen für einen Nachwuchs, den es gar nicht gibt.„ So wurde erst vor knapp einem Jahr der Fall eines Türken aufgedeckt, der neben “erfundenen Kindern„, für die er kassierte, in der Heimat noch Vermögen, ein Grundstück und ein stattliches Haus, besaß.

Haim ist wichtig, dass hier nicht Flüchtlinge und Ausländer im Visier sind. “Der Betrug geht durch alle Schichten unabhängig von der Nationalität.„ Der Task-Force-Leiter betont auch, dass rechtmäßige Leistungsbezieher nicht im Fokus stehen. “Wir gehen nicht in Arztpraxen und schauen dort ob die E-Card mit dem Namen am Personalausweis und das Foto mit dem Menschen zusammenpasst."

Die Kooperation mit verschiedensten Behörden ist für die Task Force besonders wichtig. Im Visier sind unter anderem zu Unrecht bezogene Leistungen wie Mindestsicherung, Notstandshilfe, Grundversorgung (bei Asylwerbern), Arbeitslosengeld, diverse Krankenkassenleistungen und Mietzinszuschüsse.

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