01.02.2019 06:40 |

Landestheater:

Das Herz wiegt schwer

Intendant Philip von Maldeghem nimmt Kritik gelassen, dennoch ist es kein leichter Wechsel nach Köln:

 „Momentan wiegt mein Herz schwer“, gesteht Philip von Maldeghem. Wie berichtet hat sich der Intendant des Salzburger Landestheaters entschieden mit der Spielsaison 2021/22 ans Schauspiel Köln zu wechseln. Dass dabei Wehmut mitschwingt ist klar. So hat er in den letzten zehn Jahren das Haus an der Schwarzstraße doch zum Publikumsmagneten gemacht.

Mit den kritischen Stimmen in den deutschen Medien – von wegen Maldeghem sei, was die obere Etage der Theaterszene betrifft, ein unbeschriebenes Blatt – hätte sein Herzschmerz aber nichts zu tun: „Der Frau Oberbürgermeisterin und ihrer Findungskommission ist mit meiner Bestellung eine Überraschung geglückt. So etwas bewirkt innerhalb der Branche immer einen Aufschrei. Außerdem waren in Köln bis dato ausschließlich Regisseure, wie jetzt auch Stefan Bachmann am Werk. Meine Besetzung bringt einen Konzeptwechsel, der sich erst herumsprechen muss“, gibt sich Maldeghem gelassen.

Köln stand zunächst nicht auf der Liste
Eigentlich hatte er Köln aber so ganz und gar nicht am Schirm. „Es stand nicht jahrelang auf meiner Liste“.

Verständlicherweise, so kann die Stadt am Rhein wohl kaum mit der Mozartstadt mithalten. Und noch dazu befindet sich das Theater seit Jahren in einer Interimsstätte, und wann die Sanierung vom Haupthaus abgeschlossen ist, ist völlig ungewiss. „Ich werde mich schon daran gewöhnen. Jetzt widme ich mich ohnehin mit Hirn und Herz ganz der Salzburger Spielstätte.“

Schon morgen, Samstag steht seine Inszenierung von Horváth’ „Geschichten aus dem Wiener Wald“ am Programm. „Eine Herzensangelegenheit, und ein großer Wunsch des Ensembles. Zudem Horváth’ Texte sehr aktuell sind. Die Gefühlskälte und das Kalkül der Protagonisten inmitten der Kleinbürgerhölle, wird das Publikum ins Mark treffen.“

Ensemble reagiert auf Abgang gefasst
Apropos Ensemble: Wie hat es auf seinen Abgang reagiert? „Wandel und Wechsel gehören zum Theater dazu. Insofern kam es nicht unerwartet.“

Seinem Salzburger Team wünscht Maldeghem einen Intendanten, der, wie er für Theater, Oper und Ballett gleichermaßen brennt. „Das Landestheater soll nichts an Strahlkraft verlieren!“

Und warum geht er dann überhaupt nach Köln, wo man sich komplett aufs Schauspiel fokussiert? „Na ja, der Betrieb ist so groß, dass mir vermutlich nichts abgehen wird... Aber wie gesagt: Momentan ist das Herz trotz der Freude schwer.“

Tina Laske
Tina Laske
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