29.01.2019 05:04 |

Sorgen für Probleme

Monitoring ab März: Das Land prüft Jagd auf Biber

Überschwemmte Felder, verstopfte Abflüsse und einbruchgefährdete Straßen: Die Biber sorgen im Süden immer öfter für Probleme. Weil sich beim Land die Beschwerden über Schäden stapeln, wird jetzt die Bejagung der an sich geschützten Säugetiere geprüft. Im März startet ein großes Biber-Monitoringprojekt.

Nach dem Fischotter könnte es bald auch dem geschützten Biber an den Kragen gehen. Zuletzt sorgten Biber-Dämme in Klagenfurt und in Tainach für Aufregung. Weil Nager mit ihren Burgen den Wörthersee-Abfluss Sattnitz verstopft hatten, herrschte Hochwasser-Gefahr. Entlang der Drau haben die Säuger mit ihren Dämmen ganze Felder und Waldstücke überflutet. Tunnel unter Wegen, Straßen und Böschungen sorgen für Einbruchgefahr, meinen Kritiker. „Meldungen, Beschwerden und Anrufe zu Schäden werden mehr“, heißt es im Agrarreferat.

Ähnlich wie beim geschützten Fischotter wird daher jetzt auch beim Biber eine Ausnahme der Schutzbestimmung (Fauna-Flora-Habitat Richtlinie) geprüft. Konkret: Kann ein „günstiger Erhaltungszustand“ nachgewiesen werden, kann die Biber-Schonzeit verkürzt und die Nager könnten als Folge zum Abschuss oder Fang freigegeben werden. Um zu prüfen, wie es um die Population steht, startet im März in Kärnten ein Biber-Monitoringprojekt.

Letzte Schätzungen von 2014 gehen davon aus, dass sich im Süden 130 bis 200 Exemplare tummeln. „Experten der Fachabteilung, wo auch die Schäden gemeldet werden, sind aber sicher, dass die Population bereits viel größer sein muss“, heißt es. Das Monitoring soll im Dezember abgeschlossen werden. Ist der Erhaltungszustand gut, soll eine Verordnung die Bejagung der Tiere legitimieren. Mit Protesten von Naturschützern ist jedenfalls zu rechnen.

Thomas Leitner
Thomas Leitner
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