Moderne Zombies

Eigener Gehweg für „Smombies“ auch in Wien?

Bis zu 1400 Stunden starren Smartphone-Nutzer pro Jahr auf ihr Telefon. Und das nicht nur während man gemütlich wo sitzt, sondern auch wenn man gerade auf der Straße unterwegs ist. Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit sind 36 Prozent der Fußgänger in Wien beim Queren einer Straße abgelenkt. Das zeigt auch der jüngste Fall von dem 9-jährigen Schüler, der auf die U-Bahn-Gleise fiel, weil er auf sein Handy starrte. Mittlerweile gibt es auch einen Begriff für diese mit Blicken ans Handy gefesselten Menschen: „Smombies“ - und eigene Gehwege.

„Smombie“ ist ein Kofferwort auf den Begriffen „Smartphone“ und „Zombie“. Das passt ganz gut, denn die Menschen, die nur mit Blick auf das Handy durch und sogar über die Straße gehen, sind tatsächlich so abgelenkt, dass sie wie Zombies wirken. Doch das ist nicht nur unschön anzusehen, sondern auch richtig gefährlich, denn die Zahl der Unfälle durch Ablenkung steigt.  2017 wurden in Österreich rund 500 Personen verletzt und sechs getötet. Betroffen sind vor allem Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren.

Es ist also an der Zeit, etwas zu unternehmen. Da dieses Problem vor allem in größeren Städten auftritt, haben sich einige Bürgermeister etwas einfallen lassen. In Vilnius, der Hauptstadt von Litauen, wurde nun ein 300 Meter langer Gehweg speziell für „Smombies“ angelegt. Darauf können sie während dem Gehen in Ruhe auf ihr Smartphone blicken, ohne andere oder sich selbst zu gefährden. Am Boden sind Pfeile markiert, damit sie nicht einmal aufblicken müssen um die richtige Richtung zu erkennen. Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist nicht die erste Umsetzung dieser Art. Seit 2014 gibt es bereits einen eigenen „Smombie“-Weg in der chinesischen Metropole Chongqing sowie im belgischen Antwerpen.

Es ist vermutlich der falsche Weg, das Verhalten der „Smombies“ mit einem eigenen Gehweg zu unterstützen. Denn das hat nichts mit Fortschritt zu tun, sondern eher mit Dummheit. Dass es in Wien zu „Smombie“-Gehwegen kommt, ist zum Glück unwahrscheinlich. Aus dem Büro von Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou heißt es: „Die ständige Handynutzung entwickelt sich tatsächlich zu einem für die Verkehrssicherheit relevantem Thema. Smombie-Schilder oder Zonen sind zwar eine witzige Idee, in naher Zukunft seitens der Stadt aber nicht geplant.“

Dem stimmt auch das Verkehrsministerium zu: „Derzeit gibt es kein Forschungsprojekt dieser Art. Das Verkehrsministerium ist der Meinung und setzt sich auch dafür ein, dass die Menschen ihr Smartphone verantwortungsvoll nutzen und nicht dann, wenn sie sich im Straßenverkehr befinden“, bekräftigt der Pressesprecher des Verkehrsministeriums, Volker Höferl, im City4U-Gespräch. 
Es ist also besonders wichtig, schon den Kindern beizubringen, verantwortungsvoll mit ihrem Smartphone umzugehen und vor allem: Es auch mal für längere Zeit nicht zu benutzen. Die Welt und Umgebung ist doch schließlich viel interessanter als ein Bildschirm.

Jänner 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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