Mo, 27. Mai 2019
14.01.2019 15:12

Kinderbetreuungsverein

Skandal um Luxusgagen: Stadt verzichtet auf Klage

Mächtig Staub aufgewirbelt hat vor Weihnachten der Skandal rund um den stadtnahen Verein Wiener Kinder- und Jugendbetreuung. Wie berichtet, ließen sich die Geschäftsführerin und Mitarbeiter der Zentrale jahrelang Luxusgagen auszahlen. Trotzdem gibt es keine Klage von der Stadt.

Als Geschäftsführerin des Vereins fungierte über 20 Jahre lang Brigitte Kopietz, Gattin von SPÖ-Altgrande Harry Kopietz. Während es für sie und einige Mitarbeiter in der Zentrale fürstliche Gehälter gab, wurden mehr als 1000 Mitarbeiter im Betreuungsbereich mit dem Kollektivvertrag abgespeist.

Aufgeflogen ist alles nach der Pensionierung von Kopietz. Der neue Geschäftsführer und die Stadt beendeten die Privilegienwirtschaft. Neben großzügigen Einstufungen und Jubiläumsgeldern gab es viele außerordentliche Gehaltserhöhungen. Der Rechnungshof listete die Geldgeschenke Punkt für Punkt auf (siehe Video unten). Zugleich empfahl man, rechtliche Schritte zu prüfen.

Stadt wird nicht auf Schadenersatz klagen
Doch die Stadt wird nicht auf Schadenersatz klagen: In der Stellungnahme an den Rechnungshof, die der „Krone“ vorliegt, heißt es, „dass die Geltendmachung von Ersatzansprüchen nicht mit einer erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden kann“. Dies habe die Prüfung durch einen Rechtsanwalt ergeben.

Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ) übt auf Nachfrage heftige Kritik: „Bürgermeister Michael Ludwig muss handeln. Man kann nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen.“

Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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