Mo, 21. Jänner 2019

Teils vom Meeresgrund

11.01.2019 13:24

Hunderte Container werden aus Nordsee geborgen

Kurz nach Silvester hatte ein heftiger Sturm in der Nordsee beinahe 300 Container von einem der größten Frachtschiffe der Welt gespült, zwei davon enthielten Gefahrengut. Nun ist die Bergung der verlorenen Ladung in Angriff genommen worden. Der Großteil der über Bord gegangenen Fracht sank auf den Meeresboden ab - und das ausgerechnet auf einem stark frequentierten Wasserweg. Das Aufräumen nach der Havarie der MSC Zoe gestaltet sich aufwendig und könnte Monate dauern.

Die MSC Zoe ist 400 Meter lang und kann mehr als 19.000 Container transportieren. Am 2. Jänner verlor der Riesenfrachter bei schwerem Wetter vor der deutschen Stadt Borkum 291 Behälter. Die meisten konnten mittlerweile aufgespürt werden. Zwei Container erhielten gefährliche Stoffe. Einer davon ist Dibenzoylperoxid, das in der Kunststoffproduktion eingesetzt wird und für Meeresbewohner wie Fische und auch Plankton eine Gefahr darstellt. In dem anderen Container wurden Lithium-Ionen-Batterien transportiert.

Militär als Müllabfuhr an niederländischen Stränden
Bereits kurz nach der Havarie wurde der Inhalt von etwa 20 Containern an niederländische Strände gespült - diese waren übersät mit Plastik, Styropor, Schuhen, Spielzeug oder auch Kühlschränken. Anfangs versuchten Schatzsucher, leichte Beute zu machen, und sammelten einen kleinen Teil der Gegenstände ein. Nun ist auch das niederländische Militär im Einsatz, um das Treibgut aufzulesen. 1200 Tonnen Frachtgut wurden bereits eingesammelt. 
Es werden Langzeitschäden durch den Plastikmüll befürchtet.

Viel aufwendiger ist jedoch die Bergung auf hoher See. Ein erstes Bergungsschiff aus den Niederlanden sollte am Freitag am Schauplatz eintreffen und die ersten zwei Container aus dem Wasser ziehen. Die Lage der versunkenen Fracht macht den Einsatzkräften dabei Schwierigkeiten: Diese liegt auf einer stark befahrenen Route. „Das ist wie auf einer Autobahn“, erklärte Ministeriumssprecher Edwin de Feijter. „Das wird Wochen, wenn nicht Monate dauern.“

Die Kosten für die Bergung wird die Schweizer Reederei MSC übernehmen. Drei Schiffe werden dafür bereitgestellt, es werde auch mit Unterwasserkameras gearbeitet.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

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