Trend der Cloud-Rapper

Sind die Wiener schon bereit für Gesichtstattoos?

Seit dem Höhenflug der Cloud-Rapper, die aus ihren Kinderzimmern berühmt wurden und ihr Babyface mit Gesichtstätowierungen härter aussehen lassen wollen, ist das abolsute No Go von Hautbemalungen im Gesicht nicht mehr ganz so klar. Im Gegenteil: Mittlerweile hat sich ein eigener Trend entwickelt, dem nicht nur Möchtegern-Gangsterrapper folgen, sondern auch Stars wie Justin Bieber. Hat die neue Tattoowelle auch schon Wien erreicht? City4U hat bei einem Tattoostudio in der Hauptstadt nachgefragt.

Seit mehreren Jahren sind Tattoos an den meisten Körperstellen salonfähig geworden. Man sieht Krankenschwestern, Anwälte, Polizisten und jede andere Berufsgruppe damit. Vorbei sind die Zeiten, an denen bloß „Häfenbrüder“ und Bandenmitglieder sie getragen haben. Gesichtstattoos waren jedoch nach wie vor nur etwas für Menschen a la Sektenführer und Mörder Charles Manson oder der aggressive Ex-Profiboxer Mike Tyson. Doch plötzlich strahlen uns zahlreiche (vor allem) Rapper mit den mehr oder weniger Kunstwerken im Gesicht aus den Zeitschriften und sozialen Medien entgegen.

Wenn man also nicht gerade ein Superstar oder in der Künstlerbranche ist, ist ein Tattoo im Gesicht, wahrscheinlich eher ungünstig bei der Jobsuche. Amerikanische Tätowierer bezeichnen sie sogar als „Job-Stopper“, da man mit ihnen wahrscheinlich nur mehr einen Job in einer Biker-Bar oder einem Lager bekommt. Das wissen anscheinend die Wiener, denn laut Tätowierer Erich Mähnert, ist die Anfrage in seinem Studio nach Face-Tattoos in der Hauptstadt nicht gestiegen.

„Zurzeit gibt es bei uns keinen Anstieg der Nachfrage für Gesichtstattoos. Meine Mitarbeiter und ich stechen aber auch keinen branchenfremden Personen Tattoos ins Gesicht“, betont der Wiener im City4U-Gespräch und begründet: „Leider folgen viele Leute immer dem Trend vieler Promis. Hier wird leider oft vergessen, auf was man sich einlässt und man vergisst, dass diese Personen auch einen anderen Lebensbackground haben als man selbst. Bei Stars wird das Ganze vielleicht als ganz hip angesehen. Doch in unserer Gesellschaft ist es leider teilweise immer noch ein Stigmata, wenn man im Gesicht tätowiert ist.“

Im Tattoostudio Dots and Daggers sieht es hingegen schon anders aus: „Wir bekommen in letzter Zeit immer wieder Anfragen für Gesichtstattoos“, sagt Inhaber Flo Weiss. Doch auch der 29-Jährige erfüllt nicht jeden Gesichtstattoo-Wunsch: „Wenn ein Kunde schon stark tätowiert ist, ist es kein Problem für uns. Wenn aber jemand mit wenigen oder keinen Tätowierungen eines möchte, raten wir stark davon ab, denn ein Tattoo im Gesicht ist eine grobe Veränderung für sich selbst und das Umfeld. Wenn man noch nicht weiß, wohin der Weg im Leben geht, könnte man sich dadurch seine Zukunft verbauen.“

Das wird sich so schnell wahrscheinlich auch nicht ändern - auch wenn es in der Promi-Welt salonfähig ist, wie diese Rapper zeigen:

#Eine kleine Galerie der wohl auffälligsten Tattoos, die man haben kann:

Jänner 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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