25.12.2018 06:00 |

„Krone“-Reportage

Weihnachtsdienst hinter Gittern

Österreichs Justizanstalten müssen auch über die Feiertage bewacht werden. Einige Beamte können daher das Fest nicht im Kreise ihrer Familie feiern.

Ein Hauch von Weihnachten zieht dieser Tage durch Österreichs Haftanstalten. Und es kehrt auch Ruhe ein - zumindest trifft das auf die Justizanstalt Innsbruck zu. Die Aufgabenbereiche der Beamten sind zwischen dem Heiligen Abend und dem Stefanitag deutlich eingeschränkt.

Die Insassen dürfen keine Besuche empfangen, es finden keine Vorführungen von Inhaftierten vor Gericht sowie keine Ausführungen zu den Krankenanstalten statt - außer es handelt sich um Notfälle. Und jene Häftlinge, die Lockerungsmaßnahmen in Anspruch nehmen können, dürfen die Feiertage zu Hause verbringen.

Beamtin (37) absolviert 24-Stunden-Dienst
Da allerdings all jene Insassen, denen ein Ausgang verwehrt wird, in der Anstalt bleiben und ununterbrochen bewacht werden müssen, ist auch ein Teil der Justizwache-Beamten gefordert.

Im „Ziegelstadl“ ist es zum Beispiel Revierinspektorin Sandra Rigatti (37), die trotz ihres siebenjährigen Sohnes am Christtag ihren 24-Stunden-Dienst leisten muss. „Ich habe damit kein Problem, da ich das bereits seit Monaten weiß. Außerdem konnte ich den Heiligen Abend mit meiner Familie genießen. Dieser Tag ist für mich sehr wichtig, da mein Sohn noch an das Christkind glaubt“, schildert sie. Um dennoch in Weihnachtsstimmung zu bleiben, hat sie „ihre“ Abteilung dekorativ verschönert.

Dass seine Mitarbeiter zu Weihnachten Zeit für sich und ihre Familien haben, ist Anstaltsleiter Reinhard Potocnik ein Anliegen: „Das ganze Jahr über sind sie sehr ausgelastet, daher sollen sie über die Weihnachtstage neue Energien tanken.“

Bei den Dienstlisten werde, so gut es geht, auf das Wohl der Beamten geachtet. „Auf Familienmütter sowie -väter wird Rücksicht genommen. Es gibt Freiwillige, die einspringen können“, sagt Potocnik.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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