22.12.2018 07:00 |

Tagsüber Regen, dann:

„Heiliger Abend wird vielerorts weiß sein“

Erst trüb und vielfach kräftiger Regen, gegen Abend hin jedoch etwas Schneefall in vielen Orten Tirols: Der 24. Dezember wird, was das Wetter betrifft, zwei Gesichter haben. Immerhin lebt die Chance auf weiße Weihnachten. In den Bergen kommen große Mengen Neuschnee dazu – die Lawinengefahr steigt drastisch.

Nach einem milden, wechselhaften Samstag dürfte der Sonntag trüb beginnen, bald wird Regen einsetzen. So lautet die Wochenendprognose von Meteorologe Josef Lang von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck. Der Regen ist quasi Vorbote für Montag, denn in der Nacht auf den 24. Dezember nimmt er deutlich zu.  Während am Montag in den Tallagen zunächst wegen des kräftigen Regens kaum weihnachtliche Stimmung aufkommen dürfte (Schneefallgrenze bei rund 1500 Metern), ändern sich Temperaturen und Stimmung wohl im Verlauf des Tages entscheidend.

Zustrom von Kaltluft
„Aus derzeitiger Sicht strömt dann kalte Luft in unseren Raum, vielerorts klingt der Heilige Abend mit etwas Schneefall aus“, prognostiziert Meteorologe Josef Lang zumindest teilweise weiße Weihnachten. Der Raum Kufstein, Kössen, Waidring sollte diesbezüglich bevorzugt sein. Ob es die weißen Flocken freilich generell ins Inntal schaffen, scheint eher ungewiss. „Hier dürfte es farblich eher grün-braun bleiben“, bedauert Experte Lang.

Neuschnee auf den Bergen
Von grün bzw. braun wird auf den Tiroler Bergen hingegen keine Spur zu finden sein. Dort fällt mit Einsetzen der Niederschläge ab Montag gut ein halber Meter Schnee. Besonders begünstigt werden der Arlberg, das Karwendel und das Kaisergebirge sein. In anderen Regionen sind 30 bis 50 cm Neuschnee zu erwarten.

Auf Skitouren verzichten
Während die Skigebiete darüber jubeln, schränkt dies die Aktivitäten der Tourengeher deutlich ein. Denn die Lawinengefahr wird merklich ansteigen (siehe Interview unten). Die Experten raten von Skitouren zu den Feiertagen sogar fast gänzlich ab. Ab dem Christtag dominiert ruhiges, oft sonniges Winterwetter, bis zum Jahreswechsel hin sollte es aus heutiger Sicht trocken bleiben. Die Temperaturen werden passend für die Jahreszeit sein – mit zarten Plusgraden am Nachmittag.

„Wir kratzen an Gefahrenstufe 4!“
Eine brandgefährliche Lawinensituation prophezeit Rudi Mair, Leiter des Tiroler Lawinenwarndiensts, für den 24. und die Weihnachtsfeiertage.

Wie wirkt sich der starke Regen am Montag auf die Lawinenlage aus?
Äußerst negativ. Der Schnee wird dadurch deutlich schwerer, außerdem zerstört der Regen die Bindung der Schneekristalle. Die Festigkeit der Schneedecke nimmt daher ab. Das bedeutet, dass wir auch in den niedrigeren Bereichen eine sehr gefährliche Situation haben werden.

Wie entwickeln sich die Verhältnisse in höheren Regionen?
Die beachtlichen Neuschneemengen werden begleitet von stürmischen Winden. Dies stellt eine äußerst problematische und heikle Kombination dar.

Mit welchen Gefahrenstufen muss man rechnen?
Ich gehe verbreitet von Stufe 3 - also von erheblicher Lawinengefahr aus. Dabei handelt es sich um jene Stufe, bei der statistisch gesehen die meisten Lawinenunfälle passieren. Der Arlberg, das Außerfern und der Alpenhauptkamm kratzen freilich bereits an Stufe 4 (große Lawinengefahr, Anm.). Der Montag wird sicher der kritischste Tag sein.

Gleitschneelawinen sind zunehmend ein Thema. Auch über die Feiertage?
Absolut und dies besonders in den Gebieten mit steilen Grashängen wie beispielsweise dem Außerfern und dem Unterland. Wir hatten einen sehr warmen Herbst, in dem es auf den noch nicht gefrorenen Boden schneite. Die Schneedecke wirkt isolierend, sodass der Boden den ganzen Winter über nicht mehr gefriert. Dieser Umstand, hervorgerufen durch den Klimawandel, begünstigt Gleitschneelawinen stark.

Welchen Tipp haben Sie für die Tourengeher zu den Weihnachtsfeiertagen?
Da sich die Situation in allen Höhenlagen kritisch darstellt, rate ich von Skitouren generell ab. In jedem Fall ist steileres und exponiertes Gelände absolut zu meiden. Als Alternative bieten sich Pistentouren an. Möglichkeiten dazu gibt es in Tirol ausreichend. Oder man trainiert die Verschüttetensuche mit dem LVS-Gerät.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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