Nach Selbstanzeige:

Justiz „verschleppte“ zwei Jahre lang Anklage

Am 29. September 2016 erstattete ein Linzer Versicherungsvertreter (57) bei der Linzer Staatsanwaltschaft Selbstanzeige: Er habe mit Geld von Kunden spekuliert und so 4,8 Millionen Euro Schaden angerichtet. Seither wird der Akt zwischen Linz und der Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien hin- und hergeschoben.

Der 57-jährige Linzer erstattete am 29. September 2016 bei der Linzer Staatsanwaltschaft Selbstanzeige (Aktenzahl 12 St/147 - 16 b). Darin schildert der Versicherungsvertreter genau, wie er Anfang der 90er-Jahre mit Aktien zu spekulieren begann: „Um höhere Transaktionen tätigen zu können, kam mir die Idee, auch andere an diesen Spekulationen zu beteiligen, wobei dies dergestalt erfolgte, dass ich mir von bestimmten Personen Geld auslieh und dieses mit relativ hohen Zinssätzen - zwischen 5,125% und 10% jährlich zurückbezahlte.“ Die „Gläubiger“ glaubten, dass diese Gelder von der Versicherung, für welche der Verdächtige tätig war, verwaltet und verwendet würden. Auch, weil der Linzer auf Papier der Versicherung mit Stempel und einer zweiten Fantasieunterschrift Bestätigungen ausstellte.

Spekulant geriet nach 9/11 ins Schlingern
Nach dem Anschlagvom 11. 9. 2001 in New York geriet der Spekulant ins Schlingern. 2002 gewann er im Lotto mehr als eine Millionen Euro, konnte dadurch seine Schulden nochmals in den Griff bekommen.Doch er machte weiter, die Verluste häuften sich - bis ein Schaden von 4,8 Millionen Euro entstanden war.

Wie reagierte die Linzer Staatsanwaltschaft?
Diese war der Ansicht, dass der Schaden 5 Millionen Euro ausmache und trat den Ermittlungsakt im Oktober an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKSTA) in Wien ab. Diese ließ zwar laut Sprecherin Silvia Thallerumfangreich ermitteln, war aber der Ansicht, dass der Schaden geringer sei, „nur“ 4,4 Millionen Euro betrage. Die WKSTA erklärte sich für unzuständig und schickte den Fall (mittlerweile lautete die Aktenzahl 29 St/37-16v) Anfang September 2018 retour nach Linz. Dort liegt er jetzt. Ob’s trotz Selbstanzeige je zu einem Prozess kommt?

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