21.12.2018 12:27 |

Immer weniger Filialen

„Bankenkrise“ auf dem Land

Jetzt erreicht die Schließungswelle bei Banken auch das Wiener Umland. In Oberwaltersdorf im Bezirk Baden stellt heute die Volksbank den Schalterbetrieb ein, setzt künftig nur noch auf ein Selbstbedienungsfoyer. Bürgermeisterin Natascha Matousek: „Ich bin stinksauer, schließlich sind wir eine Zuzugsgemeinde.“

In vielen ländlichen Regionen Niederösterreichs ist das Netz von Bankfilialen bereits weitmaschig geworden. Nach Polizeiposten und Postämtern fallen immer öfter Geschäftsstellen von Geldinstituten dem Sparstift zum Opfer.

Der aktuelleste Fall: In Oberwaltersdorf müssen die Bewohner nun ohne Bankangestellte auskommen und ihre Geldgeschäfte daher nur noch mit Automaten abwickeln. „Vor fünf Jahren hat die Raiffeisenbank zugesperrt, jetzt auch die Volksbank“, ärgert sich Bürgermeisterin Natascha Matousek. Nächster Standort mit Beratungspersonal ist die Filiale Ebreichsdorf.

Seitens der Bank beruft sich Regionaldirektor Martin Heilinger auf eine Studie, wonach „nur zwei Prozent der Kunden Bankfilialen nutzen“. Matousek lässt das nicht gelten: „Es gibt vor allem viele ältere Bürger, die sich einerseits mit den Automaten nicht auskennen und andererseits nicht mobil sind.“ Für sie will die Ortschefin einen Shuttledienst anbieten. Außerdem versucht sie, anderen Geldinstituten die Eröffnung einer Filiale in Oberwaltersdorf schmackhaft machen: „Wir haben schon mehr als 5000 Einwohner und es herrscht nach wie vor reger Zuzug.“

Auch in der Hinterbrühl im Bezirk Mödling sorgen sich, wie man hört, die Bewohner um die noch verbliebenen zwei Banken.

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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