Do, 24. Jänner 2019

Statt Konsumwahn

20.12.2018 06:00

Geschenke mit viel Herz und Sinn für Weihnachten

Jahr für Jahr geben Österreicher im Durchschnitt Hunderte Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Dabei sind dem Konsumwahn kaum noch Grenzen gesetzt. Doch während die meisten Beschenkten eigentlich schon alles haben - und davon immer mehr bekommen -, bleiben andere auf der Strecke. Gemeinnützige Organisationen wollen diesen Umstand mit speziellen Weihnachtsaktionen ändern.

Laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Deloitte geben Österreicher im Schnitt 542 Euro für die Geschenke unter dem Christbaum aus. Dabei wandern zumeist Gutscheine, Bücher, Schokolade, Kosmetik und Parfum über den Ladentisch. Drei Viertel aller Käufer geben laut einer von ING-DiBa durchgeführten Umfrage an, zu Weihnachten einem gewissen Konsumdruck ausgesetzt zu sein - der Spaß am Schenken rücke daher oft in den Hintergrund.

80 Prozent wissen nicht, was sie sich wünschen
Die Umfrage zeigt zudem, dass es gar nicht so einfach ist, den zu Beschenkenden eine Freude zu machen. So wissen mehr als 80 Prozent der Österreicher nicht, was sie sich heuer zu Weihnachten wünschen. 14 Prozent der Befragten haben sogar schon einmal ein Geschenk erhalten, über das sie sich nicht gefreut haben.

Um den Fokus vom bloßen Konsum daher wieder mehr auf die Freude des Ver- und Beschenkens an sich zu lenken, bieten mittlerweile einige gemeinnützige Organisationen spezielle Weihnachtsaktionen an. Es geht dabei jedoch nicht darum, einfach „nur“ Geld zu spenden, sondern vielmehr darum, im Namen von Familienmitgliedern und Freunden Menschen, mit denen es das Leben weniger gut gemeint hat, Freude zu bereiten.

Ziege sichert Überleben für Familie in Burundi
Im Webshop der Caritas unterstützen Tausende seit 2006 unter dem Motto „Schenken mit Sinn“ beispielsweise Projekte, die notleidenden Menschen im Inland und überall auf der Welt helfen. „Mit diesem Weihnachtsgeschenk kann man gleich mehrere Menschen glücklich und so die Welt ein Stück besser machen“, ist Barbara Dorn-Feuerle von der Idee überzeugt.

Besonders beliebt sind laut Dorn-Feuerle Tierprojekte. Um 40 Euro erwirbt man zum Beispiel im Namen des zu Beschenkenden eine Ziege für eine Familie in Burundi - und sichert damit deren Existenz. Der Beschenkte bekommt ein schönes Billett mit Informationen über das Projekt als Erinnerung. In Zusammenarbeit mit der „Krone“ entstand auch die Aktion „Ein Funken Wärme“. Mit einer Spende in Höhe von 30 Euro wird Österreichern geholfen, ihre Wohnung warm zu halten.

Fundraising-Leiterin Anna Koppitsch kennt alle Projekte im Detail:

„Krone“: Für welche Geschenke entscheiden sich die meisten Spender?
Anna Koppitsch: Die meisten Spender entscheiden sich für ein Tierprojekt. Absoluter Favorit ist dabei die Ziege. Um eine Spende in Höhe von 40 Euro schenkt man einer Familie in Burundi das Tier - und sichert damit deren Existenz.

Welchen Erfolg erhoffen Sie sich durch die Aktion „Ein Funken Wärme“?
Die Aktion ist in Kooperation mit der Kronen Zeitung entstanden. Wir haben zusammen ein Spendenpaket gebastelt, um armutsbetroffenen Menschen in Österreich eine beheizte Wohnung zu ermöglichen. Wir wollen damit erreichen, dass niemand zu Weihnachten frieren muss.

Warum sollte man sich für ein Spendengeschenk der Caritas entscheiden?
Das richtige Geschenk für seine Lieben zu finden, ist ja schon oft eine Herausforderung. Die meisten haben ja alles. Unsere Spendengeschenke sind eine originelle Geschichte, die gleich mehreren Menschen eine Freude bereiten.

Unterstützung für sterbenskranke Kinder
Der Sterntalerhof, ein Kinderhospiz im Burgenland, bietet seit mittlerweile einem Jahrzehnt mit regionalen Köstlichkeiten prall gefüllte Geschenkboxen an, aber auch handgefertigte Holzspielzeuge sind im Webshop zu finden. „Der gesamte Erlös kommt ausschließlich dem Vereinszweck, also der psychosozialen Stabilisierung von Familien mit schwer, chronisch und sterbenskranken Kindern zugute“, weiß Harald Jankovits vom Sterntalerhof.

Bei Ärzte ohne Grenzen kann man für bestimmte Hilfsmaßnahmen wie für die Versorgung eines Schwerverletzten oder für sauberes Trinkwasser für 3000 Menschen spenden. Der Beschenkte erhält dafür eine Geschenkkarte. „Damit kann man doppelt Freude verbreiten: den Beschenkten und den Menschen in Not, die lebensrettende Hilfe erhalten“, so Eva Hosp von Ärzte ohne Grenzen.

„Etwas Sinnstiftendes und Solidarisches tun“
Das SOS Kinderdorf bietet seit rund fünf Jahren unter anderem an, einem Kind um 25 Euro einen Weihnachtswunsch zu erfüllen. Außerdem kann man zum Beispiel eine Stofftasche oder ein Notizbuch erwerben. „Wir freuen uns über regelmäßige jährliche Steigerungen, die beweisen, dass immer mehr Menschen im Zuge der Digitalisierung auch ihr Spendenverhalten online abwickeln wollen. Ein weiterer Grund dürfte in der grundsätzlich gesteigerten Bereitschaft vieler Menschen liegen, in der Advent- und Weihnachtszeit soziale oder humanitäre Anliegen zu unterstützen - und last but not least damit auch etwas Sinnstiftendes und Solidarisches für andere zu tun“, freut sich Viktor Trager vom SOS Kinderdorf.

Soziale Weihnachtsaktionen im Überblick:

Charlotte Sequard-Base
Charlotte Sequard-Base

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