„Yami Kawaii“

Messer, Blut, Pastelltöne: Neuer Trend aus Japan

Obwohl Japan die höchste Selbstmordrate der Welt aufweist, sind psychische Probleme und Depressionen ein Tabu-Thema. Eine neue Subkultur möchte das nun ändern, indem sie morbide Symbole wie Messer und Rasierklingen mit Kleidung und Accessiores in lieblichen Pastellfarben verbindet. Der Trend „Yami Kawaii“ entstand Anfang 2018 in Tokios Hipster-Viertel Harajuku.

Psychische Gesundheit ist in Europa ein wichtiges Thema. Obwohl gewisse Gruppen noch immer stigmatisiert werden, ist die Situation nicht mit jener in Japan vergleichbar. Im Land des Lächelns ist kein Platz für negative Themen im gesellschaftlichen Diskurs. Jugendliche und junge Erwachsene wollen das nun ändern und mit Hilfe ihres Stils ihre innere Gefühlslage ohne Worte nach außen tragen.

Die Anhänger des Trends „Yami Kawaii“, was übersetzt „süßer Schmerz“ bedeutet, kleiden sich in süßen Pastelltönen. Die Klamotten wirken fast kindlich. Die Accessoires die sie dazu tragen, sind es jedoch nicht: Messer, Spritzen, Rasierklingen und blutigen Pflastern sollen ihre innere Zerrissenheit und emotionale Schieflage zeigen. Als Vorlage dient - wie in Japan üblich - eine Manga-Figur.

Ob das wirklich der richtige Weg ist, um auf wichtige und ernste Themen wie psychische Erkrankungen hinzuweisen, bleibt fraglich. Traurig ist jedoch, dass manche Betroffenen den „Yami Kawaii“-Trend als einzige Möglichkeit sehen, auf ihren Schmerz aufmerksam zu machen.

Dezember 2018

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Viktoria Graf
Viktoria Graf
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mehr