EU-Politiker in Sorge

„Harter Brexit kann zu ernsten Konflikten führen!“

In seinen 22 Jahren als EU-Parlamentarier hat Paul Rübig (ÖVP) sehr viel erlebt. Die letzte Woche wird aber auch er nie vergessen. Trauriger Höhepunkt war der Anschlag in der Straßburger Innenstadt mit fünf Toten. Wenige Kilometer vom Massaker entfernt diskutierte der Welser Politiker gerade über das EU-Budget.

„Krone“: Am Tag vorm Anschlag haben Sie das Friedenslicht an EU-Parlamentspräsident Tajani überreicht. Es brachte leider keinen Frieden.
Paul Rübig: Die Tat in Straßburg ist schrecklich. Deshalb müssen wir noch mehr um den Frieden kämpfen. Darauf weise ich mit dem Friedenslicht seit 22 Jahren hin. Denn noch immer fordern Kriege Todesopfer - sei es in der Ost-Ukraine, in Libyen, in Syrien oder im Irak.

„Krone“: Fürchten Sie um den Frieden in Europa?
Rübig: Die Situation ist durchaus angespannt. Russland geht es scheinbar nur darum, Frankreich zu destabilisieren. Bei den Demos der Gelbwesten sind militärisch ausgebildete Profi-Demonstranten dabei. Diese gesteuerten Aktionen sind hybride Kriegsführung auf offener Straße.

„Krone“: Was steckt dahinter?
Rübig: Wenn statt Macron Le Pen an die Macht kommt, können wir vom gleichen Theater wie mit Großbritannien ausgehen. Ohne Frankreich verlieren wir aber die militärische Achse in der EU. Die Franzosen sind die letzten, die Nuklearwaffen und damit ein Abschreckungspotenzial haben.

„Krone“: Wie beurteilen Sie die Brexit-Verhandlungen?
Rübig: Ich hoffe auf eine Volksabstimmung und dass die Briten in der EU bleiben. Dem harten Brexit sehe ich mit großer Sorge entgegen. Die Briten haben über Jahrhunderte Probleme militärisch gelöst. In Gibraltar oder Irland ist die Grenzziehung nicht geregelt. Das könnte schnell zu ernsten Konflikten führen.

Mario Zeko
Mario Zeko
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