29.01.2010 09:06 |

Defekte Öfen

Mutter und kleines Kind ein Jahr lang Gas ausgesetzt

Ein Jahr lang ist völlig unbemerkt Gas aus zwei defekten Konvektor-Öfen in einer Wohnung in Wien-Währing ausgeströmt. Die beiden Bewohner - eine Mutter mit ihrer dreijährigen Tochter - hatten mit ständiger Übelkeit, Kopfweh und Schwächegefühlen zu kämpfen. Mutter und Kind hätten das beinahe mit dem Leben bezahlt.

Vor einem Jahr musste Eva S. aus einer Notlage heraus für sich und Tochter Amelie (Namen von der Redaktion geändert) rasch eine Unterkunft in Wien finden. Sie wurden bei einer Hausverwaltung in der Innenstadt vorstellig. "Wir zogen in eine kleine Wohnung ein, aber es passte von Anfang an nichts", so die Akademikerin.

Erst konzentrierte sich der Ärger nur auf freiliegende Elektroleitungen und die am Standard gemessen überhöhte Miete, dann jedoch entdeckte die junge Mutter durch Zufall die tödliche Gefahr - ausströmendes Gas. "Ein Feuerwehrmann, dem ich mein Leid klagte, schlug Alarm. Die Gaswerke haben die defekten Konvektor-Öfen sofort abgeschaltet", so die Historikerin im "Krone"-Gespräch.

Anwalt: "Sie müssen ständig frieren"
Die Wohnung wurde dann zwar restauriert, aber die Handwerker hinterließen zentimeterhoch Dreck. "Außerdem mussten Mutter und Tochter zehn Tage im Hotel wohnen. Auch jetzt noch wird im Haus das Gas laufend abgedreht. Sie müssen ständig frieren", so der Wiener Rechtsanwalt Alfred Boran, der der Frau nun zu ihrem Recht verhelfen will. "Die Schadenersatzansprüche beinhalten daher neben Schmerzensgeld auch Hotel- und Umzugskosten."

von Florian Hitz (Kronen Zeitung) und wien.krone.at

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