Schodl

Wiener Band macht Stalking in Debüt-Song zum Thema

Mit ihrer Debüt-Single „Hermi“ widmet sich die Wienpop-Band Schodl dem Thema Stalking und macht deutlich: Begehren und Sehnsucht sind nicht immer legitim.

Anrufe im Sekundentakt, unerwünschte Besuche zu Hause, fiese Posts auf Social Media oder Drohungen: Tausende Frauen werden Jahr für Jahr Opfer von Stalking. Grund genug für die neu formierte Wiener Band Schodl, dies zum Anlass für ihre Debüt-Single „Hermi“ zu nehmen. „Das Lied soll zeigen, dass Begehren und Sehnsucht nicht immer legitim sind und dass nicht jede Liebesgeschichte ein Happy End hat“, erklärt Leadsänger Gerald Schodl im City4U-Talk. Er ergänzt: „Schodl singt und spielt Themen, die da sind. Themen, die Spaß machen und Themen, die vielleicht Angst machen. Wenn ein Song ein kontroverses Thema aufgreift - umso besser, dann kann Musik dazu anstoßen, das Thema zu diskutieren.“

„Verliebtsein ist nicht immer für beide okay“

„Hermi“ soll als Anstoß dienen zu verdeutlichen, dass Stalking nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist: „Liebesrausch, Sehnsucht, das Nichtaufgeben, auch wenn der andere Nein sagt, werden oft romantisch und heroisch besungen. Zu selten wird dabei hinterfragt, ob das Verliebtsein für beide Seiten okay ist. Daher war uns auch besonders wichtig, am Ende des Musikvideos auch ganz bewusst auf Hilfsmöglichkeiten für Stalkingopfer hinzuweisen.“

Jungschauspielerin Anna Schuster, welche in dem Musikclip das Stalkingopfer „Hermi“ verkörpert ist überzeugt: „Schodl hat im Song ein nach wie vor sehr aktuelles und wichtiges Thema aufgegriffen, auf das man nicht oft genug aufmerksam machen kann. Neben physischem ist auch psychischer Missbrauch ein großes Problem, vor allem, weil man ihn oft erst zu spät erkennt. Großartig also, dass ich Teil dieses wichtigen Projektes einer so talentierten und engagierten österreichischen Band sein durfte. Und die Zusammenarbeit mit Regisseur Sebastian Schmiedhofer ist immer eine Freude!“

Dieser unterstreicht, auf City4U-Anfrage, wie wichtig es ihm war, mit dem Musikvideo ein realistisches Bild zu dem Thema zu schaffen. „Wir kennen alle das Bild eines Fremden der einen aus der Ferne beobachtet, was bei Stalking im Großteil der Fälle, gar nicht zu trifft, da sich Opfer und Täter bereits kennen. Es ist oft die Zurückweisung die der Täter falsch verarbeitet und ihn dann dazu bringt, das Opfer mit seinen Taten doch von ihm überzeugen zu wollen.“, erzählt er im City4U-Talk und ergänzt: „Das Team vor und hinter der Kamera haben dann diese Idee zum Leben erweckt und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen. Es ist immer wieder schön mit Menschen die mit Leidenschaft bei der Sache sind an so einem Projekt zu arbeiten.“

Weitere Tracks für Anfang 2019 geplant

Für das kommende Jahr sind weitere Songs geplant. Schodl verrät: „Anfang 2019 wird’s was geben, was es bisher so noch nicht gab. Unsere Single ,Hermi‘ ist Teil einer Trilogie. Die Themen bleiben kontrovers.“

Übrigens: Wer Schodl live erleben möchte, hat am 28. Dezember in der Coco Bar (8., U-Bahn Bogen 34-35) die Chance dazu.

Julia Ichner
Julia Ichner

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