So, 16. Dezember 2018

Hilfsköchin gefeuert

03.12.2018 19:44

Causa Zwölfstundentag: „Nie die Rede von Zwang“

„Sie war eine überaus tüchtige Dame!“ Es ist der Chef einer internationalen Restaurantkette mit Sitz in Wien, der das sagt. Über eine Hilfsköchin, die 20 Jahre lang für ihn gearbeitet hat, gekündigt und jetzt von der Arbeiterkammer als „Polit-Opfer“ der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die Wogen gehen hoch ...

„Köchin (56) sagte Nein zum Zwölfstundentag: Gekündigt!“, lautete eine der Schlagzeilen auch in der „Krone“ Ende Oktober. Fatma B., so wetterte die Führungsetage der Arbeiterkammer, musste gehen, weil sie sich geweigert habe, Zwölf-Stunden-Schichten am Herd eines renommierten Italieners in der Wiener Innenstadt zu übernehmen. Jegliche rechtliche Möglichkeit werde man in Anspruch nehmen, hieß es von der AK, inklusive sofortiger Kündigungsanfechtung. Der medienwirksame „Fall Fatma B.“ brachte auch die Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer auf den Plan.

„Neue Öffnungszeiten nicht akzeptiert“
Bei Recherchen dürften nun Ungereimtheiten ans Tageslicht gekommen sein. Fakt ist: Die 56-Jährige wurde gekündigt. „Weil sie sich nicht zu einem Zwölfstundentag zwingen lassen wollte“, poltert die AK. Falsch, kontert Gastro-Chef Mario Pulker: „Es war hier nie die Rede von Zwang! Die Mitarbeiterin wollte die neuen Öffnungszeiten nicht akzeptieren.“ Fatma B. arbeitete täglich von 8 bis 12 Uhr, doch die Dienstzeiten haben sich geändert. Der Italiener öffnet neuerdings um 11 Uhr.

Was sich für die Köchin nicht mit dem Familienalltag vereinbaren ließ. Übrigens: Die AK will 6851 Euro Abfertigung einklagen. „Es ist schon seltsam, dass die Dame vier Monate bevor sie eine noch höhere Abfertigung bekommen hätte gekündigt wurde“, so eine Sprecherin.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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