Mi, 12. Dezember 2018

Wer Gewicht errät ...

03.12.2018 14:45

Banksy verlost ferngesteuertes „Flüchtlingsboot“

Nach der spektakulären Schredder-Aktion sorgt der britische Graffiti-Künstler Banksy erneut für Schlagzeilen: Banksy, der mit seiner Kunst und diversen Aktionen immer wieder die moderne, kapitalistische Gesellschaft kritisiert und dessen wahre Identität ein Geheimnis ist, verscherbelt jetzt nämlich ein ferngesteuertes Boot. Es handelt sich aber erwartungsgemäß nicht um irgendein Boot, sondern um ein Flüchtlingsboot - das zuvor Teil eines fragwürdigen Spiels in Banksys „Anti-Vergnügungspark“ war. Wer das Gewicht des mit Migranten-(Figuren)-besetzten Boots errät, darf es künftig sein Eigen nennen ...

Banksy postete das Bild des ferngesteuerten Flüchtlingsbootes, das den Angaben des Künstlers zufolge bis zu drei Knoten schnell fährt, auf Instagram. Lediglich zwei britische Pfund (gut 2,20 Euro) soll es kosten. Den Zuschlag erhält jener Teilnehmer, der die Frage: „Wie viel wiegt dieses Boot?“ richtig beantwortet.

Wer das Flüchtlingsboot - und somit einen echten Banksy - sein Eigen nennen will, kann es sich derzeit auch „in echt“ ansehen, bevor ein Tipp abgegeben wird. Das Kunstobjekt wird in einem Pop-up-Laden in London, dem „Choose Love Store“, ausgestellt. In dem Geschäft werden aktuell Gebrauchsgegenstände verkauft, die dann direkt an Geflüchtete weitergegeben werden. Auch der Kaufpreis des Flüchtlingsbootes von zwei britischen Pfund und alle weiteren Spenden gehen direkt an Flüchtlinge, ist dort zu lesen.

Bis 22. Dezember können Tipps abgegeben werden
Und auch Infos, die Ratenden helfen, sind auf der Website von „Choose Love“ zu finden. Demnach ist das Boot 90 mal 38 mal 42 Zentimeter groß, sein Rumpf besteht aus Glasfaser, die Flüchtlingsfiguren sind aus Kunstharz und mit Schaumstoff gefüllt. Fernbedienung und Batterien des Bootes sind inkludiert, aber zählen nicht zum Gewicht. Tipps kann man bis zum 22. Dezember einreichen. Dann wird das Boot von „Spezialisten“ gewogen und der glückliche Gewinner ermittelt.

Das Flüchtlingsboot ist allerdings kein Einzelstück, mehrere Exemplare waren 2015 für das sogenannte Dismaland, den eigens von Banksy erschaffenen Themenpark, konstruiert worden. „Dismaland“ war eine Parodie auf die Disney-Freizeitparks - „dismal“ heißt auf Deutsch trostlos.

Der Künstler hatte damals - wie berichtet - in der westenglischen Küstenstadt Weston-super-Mare Skulpturen und satirische Kunst in einem ehemaligen Freibad ausgestellt. Besucher konnten dort in einem Spiel eben auch überladene Flüchtlingsboote auf dem Wasser bewegen - an Land anlegen war allerdings unmöglich.

Banksy wollte Werk bei Schredder-Aktion vollständig zerstören
Banksy hatte zuletzt im Oktober mit einer spektakulären Schredder-Aktion für weltweite Schlagzeilen gesorgt: Bei einer Auktion bei Sotheby‘s in London hatte eine anonyme Sammlerin das Banksy-Werk „Girl with Balloon“ mit einem Mädchen und einem herzförmigen roten Ballon für umgerechnet 1,2 Millionen Euro ersteigert.

Kurz nachdem der Hammer fiel, war es zum Erstaunen der Teilnehmer durch einen im dicken, verschnörkelten Goldrahmen verborgenen Schredder gelaufen, übrig blieb nur der obere Teil des Bildes, der Rest hing in Streifen herunter (siehe Video unten). Banksy stellte die Aktion später auf seinem Instagram-Account als von langer Hand geplante Kritik am Kunstmarkt dar - und erklärte, dass er sein Werk eigentlich vollständig zerstören wollte.

Das Auktionshaus freute sich indessen über das „erste Kunstwerk der Geschichte, das während einer Auktion live entstanden“ sei. Die Käuferin, eine laut Sotheby‘s „europäische Sammlerin und langjährige Kundin“, nahm das Bild dann auch zerschreddert an.

Harald Dragan
Harald Dragan

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