30.11.2018 13:14 |

Inschrift entziffert

Antiker Ring gehörte vermutlich Pontius Pilatus

Ein vor 50 Jahren im Westjordanland gefundener Bronzering gehörte laut Forschern der Hebräischen Universität Jerusalem (HU) dem römischen Statthalter Pontius Pilatus - jenem Mann, der laut Neuem Testament Jesus zum Tode verurteilt hat. Mithilfe einer Spezialkamera der Israelischen Antikenbehörde sei es ihnen gelungen, die Inschrift des Schmuckstückes als den griechischen Namenszug Pilatus zu entziffern, berichtete am Donnerstag die „Jerusalem Post“.

Demnach weisen die Wissenschaftler den Ring unter anderem deshalb Pontius Pilatus zu, weil der Name Pilatus im ersten Jahrhundert nach Christus in Israel extrem selten gewesen sei. „Ich kenne keinen anderen Pilatus aus dieser Zeit und der Ring deutet auf eine Persönlichkeit von Status und Wohlstand hin“, sagte HU-Forscher Danny Schwartz der Zeitung „Ha’aretz“. Der einfach gestaltete Ring könnte von Pilatus als Alltagsring genutzt worden sein, sei möglicherweise aber auch von Beamten des Statthalters verwendet worden, um in dessen Namen zu zeichnen.

Inschrift mit Spezialkamera entziffert
Gefunden wurde der Ring bereits Ende der 1960er-Jahre - kurz nach dem Sechstagekrieg - im Zuge von Grabungsarbeiten am Herodium, einer von König Herodes dem Großen errichteten Festung im heutigen Westjordanland. Ein mit einer speziellen Kamera gemachtes Foto offenbarte jetzt die Abbildung eines Weinkelchs, der von griechischen Buchstaben umgeben ist, die sich als Pilatus übersetzen lassen.

Pontius Pilatus war von 26 bis 36 nach Christus Präfekt (Statthalter) des römischen Kaisers Tiberius in den Provinzen Judäa und Samaria. Der Nachwelt bekannt ist er vor allem, weil er laut biblischer Überlieferung Jesus Christus zum Tod am Kreuz verurteilte.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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