So, 16. Dezember 2018

350 Sonnentage

26.11.2018 10:30

Kapverden: Insel-Perlen und 350 Sonnentage

Weiße Sandstrände, türkisblaues Meer, 350 Sonnentage - die Kapverdischen Inseln vor der Atlantikküste Westafrikas sind der aufstrebende Stern in der Tourismusbranche.

Spannung pur: „Kap Verde?! Nein, bin ich noch nie gewesen. Ist irgendwo bei Afrika, oder?“ - die pflichtbewusst vor Reiseantritt gestartete Umfrage unter Bekannten und Freunden brachte keine erhofften Erkenntnisse. Was auch kein Wunder ist: Die Kapverdischen Inseln sind auf der weltweiten Tourismus-Landkarte bislang mehr oder weniger ein weißer Fleck. Was sich in naher Zukunft aber ändern dürfte.

Galten die Kapverden mit ihren neun bewohnten Inseln bislang vor allem unter Wassersportlern als Geheimtipp, will man den ehemaligen rund 600 Kilometer vor der Atlantik-Küste Westafrikas gelegenen portugiesischen Kolonie-Staat nun auch der breiten Masse an Urlaubern schmackhaft machen.

Die Ungewissheit vor Reiseantritt war also groß, wie auch die Erwartungen. Aber diese wurden mehr als übertroffen – um dies vorweg zu verraten. Schon beim Anflug auf unser erklärtes Ziel Sal sieht man von oben eine mit Sand bedeckte Insel inmitten von türkisblauem Meer. Ein wunderschöner Anblick!

Auf dem Flughafen in Sal gelandet, fahren wir direkt zu unserem Hotel Riu Palace Cabo Verde – das unsere bisherigen atemberaubenden Eindrücke aus der Luft noch überbietet. Schnell den Koffer ins Zimmer stellen, und dann los! „Gemma Strand schaun“ – unter diesem Motto geht es sofort quer durch die feinsäuberlich gehaltene luxuriös präsentierte Anlage direkt zum angrenzenden Strand hinter dem Hotel.

Endlos scheinende Dünen mit weißem Sand, bis man schließlich am Wasser angelangt ist! Schuhe aus, ein paar Meter raus ins kühle Nass – traumhaft! Doch zum Genießen bleibt kaum Zeit.

Auf geht’s zur Katamaran-Tour!
Bei schmackhaften Snacks und Party-Musik umschiffen wir die spektakulärsten „Ecken“ der Insel – Schwimmen und Tanzen mit der einheimischen bestens gelaunten Bordbesatzung inklusive. Wieder zurück im Hafen von Palmeira, flanieren wir durch das postkarten-taugliche Fischerdorf. Während auf der einen Seite noch alles so authentisch wirkt wie eh und je, Fischer „ohne Rücksicht auf Verluste“ ihre Beute vor den Augen der Urlaubern ausnehmen und für den Verkauf zurechtmachen, bieten Frauen auf der anderen Seite ihre Tücher und Handwerkskunst an. Man sieht: Auch wenn die Insel bislang noch vom Massentourismus „verschont“ geblieben ist, ist den Einheimischen die große Chance, die sich ihnen nun durch den Urlauber-Zustrom bietet, offensichtlich bewusst.

Das nächste Programm-Highlight: Der Besuch des von der „TUI Care Foundation“ unterstützten Projekts zum Schutz der weltweit drittgrößten Population brütender Unechter Karettschildkröten. Die „Geburten-Station“ findet sich direkt hinter unserem Hotel. In eingezäunten Feldern werden die von den freiwilligen Helfern eingesammelten Eier wieder eingegraben und beobachtet. Bis die kleinen Schildkröten-Babys schlüpfen – dann werden sie behutsam zum Wasser gebracht. Ohne Schutz würde der Großteil der Eier bereits von „Räubern“ gefressen werden. Eine traurige, aber natürliche Statistik: Nur eine von tausend Schildkröten, die den Weg ins Wasser geschafft haben, erreicht lebend die Geschlechtsreife. Wir hatten sogar das Glück, angepirscht und mucksmäuschenstill eine der Schildkröten-Mamas beim Eierlegen zu beobachten. Ein unvergessliches, atemberaubendes Erlebnis!

Gedanklich noch bei der „schweren Geburt“, geht es dann per kurzem Inlandsflug auf die größte der insgesamt neun bewohnten Inseln von Kap Verde: nach Santiago. Wo wir uns nun auf einer der Vulkan-Inseln des rund 550.000 Einwohner zählenden Staates befinden. Das Lebensgefühl der Bewohner von Praia ist auf dem größten Markt der Hauptstadt an allen Ecken zu spüren: Obwohl großes Gedränge um die frischen Früchte, Gewürze, Fische und Fleisch herrscht, gilt dennoch offensichtlich für alle das Motto: „In der Ruhe liegt die Kraft!“ Und daran scheint sich auch jeder zu halten.

Mit dem Bus geht es weiter in die höher gelegene Region der Insel – ja, es gibt hier grün bewachsene Berge – und zu einem Besuch der kleinen verträumten Stadt Cidade Velha. Quasi auf den Spuren von Christopher Columbus. Denn hier steht die älteste Kirche der Kapverden. Die vom italienischen Abenteurer auf seinem Weg nach Amerika besucht wurde. Auf welchem Platz genau er saß, konnte mir die für die Kapelle Verantwortliche leider nicht sagen – doch zu lange her. Egal, beeindruckend allemal!

Bäume mit meterlangen Lianen weisen uns den Weg – abgesehen von den lebensfrohen Dorfbewohnern, die uns mehr als freundlich aufnehmen und uns stolz ihre eigene Schnapsbrennerei präsentieren. Hochprozentiger von vor der Haustür angebautem Zuckerrohr – und das ohne fließendes Wasser. Warnung: Beim Verkosten aufpassen – der Rum schmeckt so gut, dass man eventuell zu viel davon trinken könnte!

Unsere nächste Station ist der Nationalpark Serra Malagueta. Eine sattgrüne Berglandschaft, die einen mit ihren Terrassen zum Anbau von Zuckerrohr und Mangos schon auf der Fahrt ins Staunen versetzt. Angekommen in einem kleinen Dorf auf 1064 Höhenmetern, dem höchsten Punkt Santiagos, stehen wir mitten im „Dschungel“.

Wieder zurück auf der Insel Sal, schauen wir uns auch tatsächlich eine zu erkennende Fata Morgana an! Ein See in der Ferne? Nein, nur eine Luftspiegelung. O. k. – aber die tollen Eindrücke auf den Kapverden waren definitiv real!

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Spitzenspiel
LIVE: Überrascht St. Pölten auch Meister Salzburg?
Fußball International
Steirer Favoriten
LIVE: Schießt Hartberg Altach ins untere Play-off?
Fußball International
Mehrere Verletzte
Kleinbus mit sechs Passagieren überschlägt sich
Oberösterreich
Magnus Walch im Pech
Zu lange besichtigt: ÖSV-Ass disqualifiziert!
Wintersport
Vinicius Junior
Wechselverbot! Real plant mit „Brasilien-Juwel“
Fußball International
Grazer Erfolgslauf
„Macht mich stolz“ - Sturm mit Lächeln in Urlaub
Fußball National
Million für Innovation
Kurz: Engagement für „Chancenkontinent“ Afrika
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.