21.01.2010 13:21 |

"Krone Inoffiziell"

"Parteifreund" Auer tritt gegen ÖVP-Obmann Martinz an

Jetzt ist die Katze aus dem Sack! ÖVP-Chef Josef Martinz hat neben Hypo-Affäre und Birnbacher-Honorar ein Problem mehr: Der Metnitztaler Rebell Klaus Auer erklärt sich im "Krone"-Gespräch "bereit, gegen Martinz anzutreten - falls sich sonst keiner findet. Martinz, Klubobmann Stefan Tauschitz und Geschäftsführer Achill Rumpold haben die ÖVP in diese desaströse Krise geführt".

Wie diese Ablöse von Martinz funktionieren soll, dafür hat Auer genaue Pläne. "Es muss rasch ein Mitgliederparteitag stattfinden. Kein Delegiertentag wie bei der FPK." Für den Metnitztaler gibt es eine weitere Alternative: Die Gründung einer eigenen Partei innerhalb der ÖVP! "Es melden sich viele, die nicht zuschauen wollen, wie die Volkspartei an die Wand gefahren wird. Sogar eingefleischte VP-ler wollen die Gründung einer neuen Partei oder eine Neugründung der ÖVP."

Auer will sich aber nicht den Vorwurf gefallen lassen, aus enttäuschter Karrierelust aufzubegehren. "Ich war im Jahr 2004 im Gespräch, das stimmt. Dann habe ich zugunsten von Martinz verzichtet und seither beobachte ich sehr genau das Geschehen."

Tauschitz weist Rolf Holub zurecht
Apropos Klubobmann Tauschitz: Dieser fordert Grünen-Chef Rolf Holub auf, seine "Amtsanmaßung" zurückzunehmen. Holub habe sich im deutschen Fernsehen als Vorsitzender des Hypo-U-Ausschusses ausgegeben. Tauschitz: "Das bin und bleibe ich." Der schwarze Klubobmann will den U-Ausschuss aber umkrempeln. Sein Vorschlag: Ein rotierender Vorsitz bei den Zeugenbefragungen: "Alle zwei Stunden ein anderer."

Russische Investoren im Visier
Nach den Bayern (Stichwort: Hypo) stehen jetzt die Russen in der Diskussion. Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat eingeräumt, für russische Investoren interveniert zu haben – mit dem Ziel, ihnen die österreichische Staatsbürgerschaft angedeihen zu lassen. Was auch das "Mastermind" im Hintergrund, der ehemalige Haider-Sprecher Karl-Heinz Petritz, nicht bestreitet.

Zur "Krone" meint er: "Das ist im Rahmen der Gesetze. Außerdem schaffen diese russischen Investoren mit dem Tibethotel und dem Logistikzentrum in Hohenthurn 150 Arbeitsplätze." Petritz muss es wissen, betreut er doch die Russen als Lobbyist, ist einer von drei Tibethotel-Chefs und Vizepräsident der Austria Kärnten.

Rubel in Villach gerollt
Was der marode Fußballverein an dieser Stelle verloren hat? Die Russen sollen sich für gewisses Entgegenkommen mit einer Finanzspritze bedankt haben. Petritz: "Geld floss weder in Parteien noch in die Austria Kärnten. Beim Fußballklub war es geplant, es kam aber nicht dazu." Dafür rollte der Rubel in Richtung Villach! Der Eishockeyklub VSV durfte eine Finanzspende verbuchen. Petritz: "Der Klub hatte Jörg Haider um einen Sponsor gebeten. Und die in Hohenthurn investierenden Russen haben als Dank für die gute Behandlung durch die Behörden einem Sponsoring zugestimmt."

Weshalb russische Multimillionäre so "spitz" auf die österreichische Staatsbürgerschaft sind, ist für Petritz jedenfalls leicht erklärt: "Es gefällt ihnen bei uns so gut."

Bleibt viele Gemeinden doch orange?
Nach der Parteispaltung der Kärntner Freiheitlichen wird in den Gemeinden heftig diskutiert. Dabei könnte es sogar sein, dass in vielen der 132 Kommunen alles beim Alten - also orange - bleibt. BZÖ-Sprecher Stefan Petzner: "Die Allgemeine Gemeindeordnung sagt klar, dass ein Wechsel der Listenbezeichnung nur möglich ist, wenn alle Mandatare dem zustimmen."

Eine Rechtsmeinung, der sich Franz Sturm, Chef der Gemeindeabteilung, vorerst anschließt. Er müsse sich zwar erst mit Verfassungsdienst-Leiter Gerold Glantschnig beraten. Aber vorerst gelte: "Die Änderung der Bezeichnung einer Gemeinderatsfraktion ist mit Einverständnis aller gewählten Mandatare dieser Fraktion während einer Amtsperiode zulässig."

Petzners Umkehrschluss: "Wenn nicht alle dafür sind, geht nix. Die Fraktion bleibt beim BZÖ." Der Teufel steckt folglich auch bei politischen Abspaltungen und Umfärbelungen im Detail...

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"

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