21.11.2018 15:35 |

Prozess in Klagenfurt

40-Jähriger soll Sohn (3) misshandelt haben

Wegen fortgesetzter Gewaltausübung hat sich am Mittwoch ein 40-jähriger Mann am Landesgericht Klagenfurt verantworten müssen. Dem gebürtigen Niederösterreicher, der in Kärnten lebt, wird vorgeworfen, seinen kleinen, dreijährigen Sohn immer wieder misshandelt zu haben. Die Verhandlung wurde vertagt.

Die Vorwürfe der Anklage, vertreten durch Staatsanwältin Gabriele Lutschounig: Ende 2015 habe der 40-Jährige einen Hausschuh nach seinem damals dreijährigen Sohn geworfen und ihn damit am Arm verletzt. Einige Wochen später habe er dem Kind mit einer Plastikkiste eine Verletzung an der Nase zugefügt - und gleich mehrmals habe er seinen Sohn so fest an Armen und Beinen gepackt, dass dieser blaue Flecken davongetragen hätte.

Der 40-Jährige bekannte sich nicht schuldig, sein Verteidiger Gottfried Berdnik ortete eine Intrige der Mutter des Buben. „Die wahre Täterin sitzt vor dem Gerichtssaal. Sie versucht mit allen Mitteln, den Kontakt des Kindes mit seinem Vater zu verhindern“, sagte er.

Der Angeklagte wies in seiner Einvernahme durch Richterin Sabine Roßmann alle Vorwürfe zurück, beziehungsweise schwächte sie stark ab. Den Hausschuh habe er seinem Sohn zwar nachgeworfen, es sei aber ein spielerischer und kein aggressiver Wurf gewesen. Den Vorfall mit der Plastikkiste schilderte er so, dass er diese mit dem Fuß in Richtung seines Sohnes geschoben habe und der darüber gestolpert sein müsse. Er habe auch das Kind öfters an den Armen hochgehoben, aber niemals so fest zugepackt, dass es blaue Flecken davongetragen hätte.

Die 44-jährige Mutter, die als Zeugin geladen war, zeichnete hingegen ein völlig anderes Bild von den Vorfällen und dem Angeklagten: „Es gibt zwei Seiten an ihm. Einerseits konnte er ein total netter Papa sein - andererseits ist das aber oft ganz plötzlich umgeschlagen.“ Der Angeklagte sei öfters aggressiv und grob gegenüber seinem Sohn gewesen. Der Wurf des Hausschuhes sei „auf keinen Fall“ spielerisch, sondern aggressiv gewesen. Nach dem Vorfall mit der Kiste habe ihr das Kind selbst beschrieben, dass „der Papa eine Kiste geschmissen“ habe. Die Verletzungen, die dadurch entstanden seien, habe sie ebenso fotografiert wie die Hämatome, die der Vater seinem Sohn im Sommer und im September 2017 zugefügt haben soll.

Der Sohn selbst wird in dem Prozess keine Aussage machen - das bekräftigte am Mittwoch auch eine Sachverständige. „Man kann ihn nicht einvernehmen, weil er sehr starke emotionale Auffälligkeiten hat. Er gibt vielleicht einzelne Sätze wieder, aber nur, wenn man ihn anleitet“, sagte sie - dabei wäre Gefahr zu groß, dass etwas suggeriert wird.

Staatsanwältin Lutschounig beantragte die Einholung eines gerichtsmedizinischen Gutachtens um zu klären, wie die durch Fotos belegten Verletzungen des Buben zustande gekommen sind. Richterin Roßmann gab diesem Antrag statt - sobald das Gutachten vorliegt, will sie weitere Entscheidungen treffen, etwa ob für den nächsten Verhandlungstag weitere Zeugen geladen werden sollen.

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