21.11.2018 12:32 |

Mordfall Khashoggi

Trump hält Saudi-Kronprinz weiterhin die Stange

US-Präsident Donald Trump hält trotz einer eventuellen Verstrickung des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi an der engen Partnerschaft mit dem Königreich fest. Er werde die Wirtschaft der USA nicht durch einen törichten Umgang mit Saudi-Arabien zerstören, sagte Trump am Dienstag in Washington. Die USA blieben ein „unerschütterlicher Partner“ des Königreichs, so der US-Präsident.

„Es könnte sehr gut sein, dass der Kronprinz Kenntnis von diesem tragischen Vorfall hatte - vielleicht hatte er das und vielleicht hatte er das nicht!“, so die wörtliche Reaktion Trumps auf die mögliche Verstrickung des Kronprinzen in den Mordfall Khashoggi. Der US-Präsident legte Wert darauf klarzustellen, dass er die Beziehungen zu dem mächtigen Golfstaat nicht aufs Spiel setzen wolle: Saudi-Arabien sei ein wichtiger Partner im Kampf gegen den Terror und gegen den Iran. Das Land investiere Milliarden in den Vereinigten Staaten und schaffe dort Hunderttausende Jobs. Wenn die USA so töricht wären, diese Verträge mit den Saudis aufzuheben, wären Russland und China die Profiteure, warnte der US-Präsident.

Auch die Ölpreise würden „durch die Decke gehen“ bei einem Bruch mit Riad, mahnte Trump. All das sei nicht im Interesse der USA. „Es geht nur um ,America first‘“, betonte er.

Der Präsident beteuerte jedoch, es gehe bei der Frage allein um wirtschaftliche und politische Interessen der USA und keineswegs um persönliche finanzielle Motive. „Ich mache keinerlei Geschäfte mit Saudi-Arabien“, sagte er. „Es geht mir allein darum, gute Deals für Amerika zu machen.“ Die Vereinigten Staaten stünden demnach weiter an der Seite Saudi-Arabiens.

Trump bleibt Linie treu
Das Königreich ist der weltweit größte Käufer von US-Rüstungsgütern, ein wichtiger Investor in den USA und ein enger Verbündeter der US-Regierung. Trump hatte sich mit Kritik an Saudi-Arabien im Fall Khashoggi in den vergangenen Wochen sehr zurückgehalten. Dieser Linie bleibt er nun treu, obwohl auch aus den Reihen seiner Republikaner die Forderung gekommen war, angesichts des Falles Khashoggi eine härtere Gangart gegenüber der saudischen Führung einzuschlagen.

Kritik und Spott aus dem Iran
Der Iran kritisierte Trumps Erklärung scharf. Außenminister Jawad Zarif twitterte, es sei bizarr, das Trump „einen Teil seiner beschämenden Erklärung zu Saudi-Arabiens Gräueltaten darauf verwendet, den Iran für jede Schandtat verantwortlich zu machen, die ihm einfällt“. Vielleicht sei der Iran auch noch verantwortlich für die Brände in Kalifornien, „weil wir nicht geholfen haben, die Wälder zu rechen - so wie es die Finnen machen“, fragte Sarif ironisch.

Türkei fordert mehr Kooperation
Die Türkei forderte unterdessen von Saudi-Arabien mehr Kooperationsbereitschaft bei der Aufklärung des Mordes an Khashoggi. Andernfalls könnte eine Untersuchung der Vereinten Nationen beantragt werden, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu am Dienstag nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Mike Pompeo in Washington.

Regierungskritiker wurde im Konsulat getötet
Khashoggi war am 2. Oktober in das saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um Papiere für seine geplante Hochzeit abzuholen - und kam nie wieder heraus. Saudi-Arabien räumte erst nach massivem internationalen Druck ein, dass der Regierungskritiker dort getötet wurde. Das saudische Königshaus beteuerte aber, nichts von alldem gewusst zu haben.

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