14.11.2018 21:39 |

Fünf-Jahr-Bilanz

8245 Anrufe beim Männernotruf

2013 wurde der Männernotruf auf Initiative von Eduard Hamedl aus der Taufe gehoben. Die Zahlen - pro Jahr werden zwischen 1600 und 1800 Anrufe verzeichnet - belegen die Notwendigkeit dieser Einrichtung. Hamedl und sein 33-köpfiges Team konnten in den fünf Jahren so manche Katastrophe verhindern.

„Darüber reden braucht Mut. Darüber reden macht Mut.“ - So lautet der Slogan auf dem Folder, mit dem der „Verein Männernotruf Steiermark“ seine Dienste anbietet. Seit mittlerweile fünf Jahren hört das ehrenamtliche Team rund um Eduard Hamedl zu. Immer dann, wenn Not am Mann ist - 24 Stunden am Tag, gebührenfrei und natürlich absolut anonym!

Der ehemalige Polizist schätzt, dass durch die Initiative schon 15 Suizide verhindert werden konnten. Denn im Fall der Fälle, also wenn sich über das Telefon echte Katastrophen abzeichnen, dann rückt auch ein Interventionsteam aus.

In dicken Ordnern ist die Arbeit der vergangenen fünf Jahren dokumentiert. Auch jener schwere Fall, bei dem ein Mann einen bewaffneten Amoklauf in der Familie angekündigt hatte. Wer weiß, wenn es da den Männernotruf nicht gegeben hätte

„In erster Linie geht es ums Zuhören und darum, dass sich die Männer ihre Probleme von der Seele reden können. Wir beraten dann - und helfen somit auch den Frauen und Kindern, die ja meistens von häuslicher Gewalt betroffen sind“, erklärt Hamedl, der diese Notwendigkeit schon in seiner aktiven Zeit als Polizeibeamter und insbesondere als Verhandler bei Geiselnahmen erkannt hatte. „Gewalttäter haben oft gesagt, dass ihnen im entscheidenden Moment ein Ansprechpartner fehlte. Da wollen wir ansetzen!“ Einer, der im Männernotrufteam als so ein Ansprechpartner fungiert, ist Mario Szkledar. „Das so genannte starke Geschlecht tut sich oft schwer über Probleme zu sprechen, man darf quasi keine Schwächen zeigen. Anonym tun sich viele Männer leichter und lassen sich rechtzeitig beraten“, weiß der Freiwillige, der - so wie seine Kollegen - in seiner Freizeit eine Grundausbildung und regelmäßige Schulungen durchlaufen hat.

Übrigens: So wie sich häusliche und familiäre Gewalt, die eben zum Großteil von Männern verübt wird, durch alle Gesellschaftsschichten zieht, so kommen auch die Anrufer, die die Nummer der Krisenhotline wählen, aus allen Schichten der Gesellschaft. Und: „Sie kommen nicht nur aus der Steiermark“, versichert Hamedl. „Dabei haben wir bis jetzt die Öffentlichkeitsarbeit auf unser Bundesland fokussiert. Ein Ausweitung der Initiative auf ganz Österreich wäre freilich wünschenswert.“

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