„Kylie-Jenner-Effekt“

Frauen ändern ihre Hautfarbe für mehr Likes im Web

Ein neues Phänomen macht sich vor allem auf den Seiten amerikanischer Instagram-Nutzerinnen breit: Immer mehr weiße Frauen tragen absichtlich dünkleres Make-Up, bestimmte Frisuren und verwenden gewisse Filter, um auf ihren Bildern asiatisch oder afrikanisch auszusehen.  Zumindest wenn es nach Twitter-User WannasWorld geht, die etliche Screenshots von diesem Phänomen gesammelt und gepostet hat. Damit hat sie eine Debatte ausgelöst, ob weiße Frauen von rassischer Mehrdeutigkeit finanziell profitieren würden - wie eben die Kardashians.

Es gibt mehrere „Kylie-Jenner-Effekte“. Vor einigen Jahren war damit gemeint, dass sich plötzlich viele Frauen ihre Lippen aufspritzen ließen, eben wie ihr Idol. Bei der derzeitigen Diskussion steht der Ausdruck jedoch für ein anderes Phänomen. Und zwar jenes, dass mehr weiße Frauen online als eine andere ethnische Gruppe durchgehen möchten. Als ein Beispiel führt WannasWorld das Model Emma Hallberg hat, welches mehr als 190.000 Follower auf Instagram hat.

Obwohl sie laut eigener Aussage eine weiße Frau ist, wirkt sie auf einigen Bildern wie eine farbige, aufgrund der dünkleren Hautfarbe, die - so sagen Kritiker - extra durch gewisse Filter und Make-Up hervorgerufen wurde. Das möchte Hallberg jedoch nicht durchgehen lassen: In einer privaten Nachricht, die publik gemacht wurde, schreibt sie, dass sie schnell braun wird im Sommer und auf keinen Fall als farbige Person „post“.

Wirklich ein Trend?
Ob das Ganze wirklich als Trend durchgehen kann, bleibt zu bezweifeln. Schließlich hält sich die Anzahl der entdeckten Profile in Grenzen. Trotzdem ist es für viele problematisch, wie auch für  Bloggerin Stephanie Yeboah, die kritisiert: „Das ist der neue Kylie-Jenner-Effekt. Diese Frauen wollen einen exotischen Look kreieren um für farbige Männer attraktiv zu sein.“ Die Kardashian-Familie sieht sich nicht zum ersten Mal mit Kritik dieser Art konfrontiert. Kim wurde bereits beschuldigt, die schwarze Kultur nicht zu respektieren, weil sie zu einer Veranstaltung Braids getragen hat. Eine Frisur, die oft von afrikanischen Frauen getragen wird. 

#Der Fall Dolezal

Ein weiterer Fall der in der jüngeren Vergangenheit für viel Aufregung zu diesem Thema sorgte, ist jener von Rachel Dolezal. Eine weiße Frau, die sich als schwarz identifizierte und sogar Vorstand für ein amerikanische Zivilrechtsbewegung für farbige Menschen war und zu Unrecht knapp 9000 US-Dollar an öffentlicher Zuwendung erhielt.

Für die soziale Aktivistin Brittany Packnet ist die Aufregung der Black-Community über diverse Looks von Frauen absolut nachvollziehbar: „DIese Menschen (Anmerkung: Kardashians) beuten die schwarze Kultur aus, solange es für sie profitabel ist, danach nutzen sie wieder die Vorzüge der weißen Frauen. Amerika liebt die schwarze Kultur, aber nicht die schwarzen Menschen.“

November 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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