Sa, 23. Februar 2019
13.11.2018 06:00

Verräter-Verdacht

Salzburger Brigadier war „falscher“ Russen-Spion

Er ist gebürtiger Salzburger, 70 Jahre alt und pensionierter Bundesheer-Offizier. Mit diesen Eckdaten zu leben, war dieser Tage für Alfred K. (Name vom Autor geändert) ein fragwürdiges Vergnügen. Denn sie passen auch genau ins Täterprofil des „Russen-Spion“, dessen Identität bisher strikt geheim gehalten wurde.

„Das Ganze hat mich an den Ambros-Hit ,Da Hofa‘ erinnert“, erzählt Brigadier K. von etlichen Anrufen aus seinem  Bekanntenkreis in den letzten Tagen: „Da ist es nur darum gegangen, ob ich jene anonym gehaltene Person bin, die in den Leserbriefen der Zeitungen schon als Landesverräter und Kameradenschwein tituliert wurde. Als am Wochenende auch noch durchgesickert ist, dass der ,Spion’ bei den Panzern und bei UNO-Einsätzen auf den Golan-Höhen war, da stand für einige endgültig fest, dass ich der besagte Russen-Kollaborateur wäre. Denn auch diese zwei Fakten finden sich in meiner beruflichen Laufbahn.“

Wie Rufmord ohne Absicht passiert

Alfred K., ein in allen Ehren ergrauter Angehöriger einer angesehenen Salzburger Offiziers-Dynastie, nimmt die Sache,  was ihn persönlich betrifft, mit Humor. Ergänzt aber sofort: „Zum Lachen ist das Ganze eigentlich ganz und gar nicht. Das Offizierskorps hegt  zu Recht die Besorgnis, dass wegen einem einzelnen Missetäter ein ganzer Berufsstand ins schiefe Licht gerät und befürchtet darüber international weiteren Schaden für unser Ansehen: Zuerst diese Causa mit dem Unteroffizier aus Gmunden, der technische Daten aus dem  europäischen Hubschrauberprojekt an einen Russen weitergegeben hat, dann die BVT-Affäre - und jetzt das“

In Bezug auf seine eigene jüngste Erfahrung verweist K. auf die generelle  Problematik bruchstückhafter Information: „So kann eine völlig unbeteiligte Person urplötzlich unter Verbrechensverdacht geraten, nur weil sich in ihrem Profil zufällig Übereinstimmungen mit Details aus jenem des eigentlichen Täters finden. Da passiert dann Rufmord ohne Absicht.“

Sandra Aigner
Sandra Aigner

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Schütze verhaftet
Zwei Verletzte nach Schüssen bei Streit
Niederösterreich
Großeinsatz für Retter
Zwei Todesopfer bei Lawinenabgängen in Tirol
Österreich
Kicker mit Beinbruch
Horror-Verletzung sorgt für Schock bei der Admira!
Fußball National
Etwas unerwartet
0:0! Ratloser WAC kommt nicht gegen Altach an
Fußball National
Schmidt-Doppelpack
Admira schießt Innsbruck aus dem Stadion
Fußball National
Primera Division
Messi-Triplepack bei Barcelonas 4:2 gegen Sevilla
Fußball International
Krise bei Kultklub
Rücktritt! Schalke-Manager Christian Heidel geht
Fußball International
Kran im Einsatz
92-jähriger Autofahrer überrollt Fußgängerin
Niederösterreich
Deutsche Bundesliga
Bayern punktgleich mit Dortmund - Onisiwo glänzt
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.