11.11.2018 18:13 |

Beitrag für Lutherjahr

Boots-Brand macht Salzburger Studenten betroffen

Ein vermutlich politischer motivierter Brandanschlag auf ein ausgestelltes Flüchtlingsboot (Ausgestelltes Flüchtlingsboot in Brand gesteckt) in der deutschen Lutherstadt Wittenberg sorgt für Betroffenheit an der FH Salzburg. Ein Studenten-Team hatte das Original-Schiff als Beitrag zur Weltausstellung „Reformation“ 2017 aufgebaut (Lutherjahr mit Salzburger Handschrift). Jetzt ermittelt dort der Staatsschutz.

Für die Fachhochschule Salzburg war es eine große Ehre: Nach einem internationalen Wettbewerb durfte ein Team für die Weltausstellung anlässlich des Jubiläumsjahrs der Reformation eine Installation beitragen. Entstanden ist ein Kunstwerk, das sich kritisch mit der Flüchtlingskrise auseinandersetzte: Geflochtene Boote, symbolisch instabil, auf dem Schwanenteich in Wittenberg. Dazu ein 24 Tonnen schweres Original-Boot aus Sizilien, das im Juni vor fünf Jahren 244 Menschen aus Nordafrika nach Europa brachte.

Eine Installation, die im Vorfeld für Diskussionen sorgte, bei der Weltausstellung aber große Beachtung und Anerkennung fand. Insofern wurde im Stadtrat darüber abgestimmt, das Boot auch nach der Ausstellung stehen zu lassen.

Was jetzt ein trauriges Ende nahm: Unbekannte haben in der Nacht zum Samstag das Boot in Brand gesteckt. Es wurde vollständig zerstört. Jetzt ermittelt in Deutschland sogar der Staatsschutz: Offenkundig wurde an der Außenseite des Bootes eine Runeninschrift entdeckt, das Logo eines rechtsextremen Netzwerks. „Ein Tiefpunkt“, nannte es Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör. Der einen politischen Zusammenhang mit dem Pogrom-Gedenken allein wegen des Datums nicht ausschließen konnte.

Die Betroffenheit an der Fachhochschule Salzburg ist jedenfalls groß: „Wir sind erschüttert. Die Studenten haben sich viel überlegt, viel Herzblut in das Projekt gesteckt“, so FH-Sprecher Sigi Kämmerer zur „Krone“.

Max Grill
Max Grill
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