Neue Studie

Mehr transsexuelle Teenies wegen sozialer Medien?

Laut Statistik steigt der Anteil jener Jugendlicher, die Probleme mit ihrer Geschlechtsidentität haben, seit einigen Jahren rasant an. Das könnte zum Beispiel daran liegen, dass es heute mehr Möglichkeiten für jene Teenager gibt, die im falschen Körper geboren wurden. Auch die Toleranz hinsichtlich dessen ist gestiegen. Eine neue Studie sieht die Gründe für die steigenden Zahlen jedoch in den sozialen Netzwerken, ortet eine „soziale Ansteckung“ - und erntet dafür jede Menge Kritik.

Für den Großteil der Menschen ist die Übereinstimmung von körperlichen Geschlechtsmerkmalen und der empfundenen geschlechtlichen Identität vollkommen selbstverständlich. Doch leider geht es nicht allen so. Viele Jugendliche fühlen sich im falschen Körper gefangen und leiden sehr darunter. Allein in Großbritannien stieg die Zahl der Minderjährigen, die sich zwischen 2009 und 2017 einer Transgender-Behandlung unterzogen haben von 97 auf 2519 Fälle. Innerhalb der Gruppe erhöhte sich der Anteil der Mädchen um 4400 Prozent, berichtetete The Telegraph

Doch woran liegen die steigenden Zahlen, die auch Österreich betreffen? Trauen sich - durch die gestiegene Toleranz zu diesem Thema in der westlichen Welt - mehr Teenies darüber zu reden? Trauen sie sich - durch die Weiterentwicklung der Hormon- und Psychotherapien sowie den operativen Möglichkeiten - auch eine Behandlung bezüglich ihrer Geschlechtsdysphorie in Anpruch zu nehmen? Die britische Ministerin für Frauen- und Gleichberechtigung möchte nun jedenfalls die Ursachen für die wachsenden Zahlen untersuchen lassen.

Bereits zahlreiche Studien haben sich in jüngerer Vergangenheit mit den Ursachen von Transsexualität beschäftigt. Lange hat sich der hartnäckige Glaube gehalten, dass Transsexualität durch ein Hormongleichgewicht hervorgerufen werde. Diese These wurde jedoch 2015 in einer Studie des Transyouth-Zentrum in Los Angeles widerlegt. Ist Transsexualität also ansteckend? Was wie eine Frage aus dem 19. Jahrhundert klingt, wurde tatsächlich in einer umstrittenen Studie behandelt. Jedoch nicht im direkten Sinn. Die These ist jene einer „sozialen Ansteckung“ mittels sozialer Medien.

US-Forscherin Lisa Littman will in ihrer Arbeit herausgefunden haben, dass folgendes Phänomen immer häufiger werde: Teenager, die bis dato nie an einer geschlechtsspezifischen Störung gelitten oder etwas davon erwähnt hätten, teilten plötzlich mit, transgender zu sein. Littman führte dies auf Gruppendruck und verstärkte Nutzung von sozialen Medien und einschlägigen Websites zurück. Sie vermutet eine Form der „sozialen Ansteckung“.

Mit ihrem Text stieß sie jedoch auf großen Widerstand - auch bei ihrem eigenen Arbeitgeber, der Brown University in Amerika. Dieser warf ihr vor, die Arbeit nicht wissenschaftlich durchgeführt zu haben, da sie durch die Auswahl der Befragten strukturellen Bias zeige und daher nicht aussagekräftig sei.

November 2018

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Viktoria Graf
Viktoria Graf
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mehr