Di, 13. November 2018

Bauern ziehen Bilanz

08.11.2018 18:26

Eine gute Ernte ist nicht gleich guter Ertrag

Eine durchwegs gute, sogar sehr gute Ernte wurde in der Steiermark eingefahren. Dass ein gutes Erntejahr aber nicht automatisch ein gutes Ertragsjahr sein muss, zeigt die Bilanz der Landwirtschaftskammer. Klimakapriolen mit zig Millionen an Schäden sowie der Handel machen den steirischen Bauern zu schaffen.

Gerade aus Polen droht Ungemach. Russland war Hauptabsatzland für polnische Äpfel, seit dem EU-Embargo wird der europäische Markt überschwemmt - zu entsprechenden niedrigen Preisen. Kolportiert wird, dass nächstes Jahr tonnenweise Äpfel zu Kilopreisen um 15 Cent auf das Apfelland Steiermark zusteuern. Da können die Steirer, die unter anderen Vorgaben produzieren und erst ab 35 Cent (!) kostendeckend sind, nicht mithalten.

„Wir appellieren an die Handelsketten, dass sie zu uns stehen“, sagt Landesrat Johann Seitinger. Zugleich ergeht einmal mehr sein Appell an die Konsumenten: „Noch immer kauft jeder zweite rein nach dem Preis. Ich kann nur ersuchen, dass sie viel mehr schauen, wo die Waren her kommen, für ihr eigenes Leben, die Umwelt, die Bauern.“ Eindringlich rechnet er vor: „Würde jeder Steirer nur zehn Prozent mehr heimische Lebensmittel kaufen, wären das 4000 neue Jobs in unserem Land.“

Klimawandel ist dramatisch spürbar
Was den Handel betrifft werden die Bauernfunktionäre verstärkt aktiv. Testkäufe werden vermehrt geplant, um zu überprüfen ob wirklich drin ist, was drauf steht. Erst kürzlich wurden in einem als österreichisch deklarierten Fruchtsaft nur Beeren gefunden, die aus Polen stammen.

Kammeramtsdirektor Werner Brugner: „Transparenz, Ehrlichkeit, Wahrheit - was von den Bauern gefordert wird, fordern wir auch von den anderen Partnern der Wertschöpfungskette ein.“ Besonders setzt man auf den „Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb“, der Falschspieler überführt.

Mit blauem Auge davongekommen
Der Klimawandel ist „deutlich bis dramatisch“ spürbar, sagt Kammerpräsident Franz Titschenbacher. 750 Millionen Euro Schaden sind seit 2013 (!) darauf zurückzuführen. Heuer wäre man, vor allem verglichen mit anderen Bundesländern, mit einem blauen Auge davongekommen (wir haben berichtet).

Der Mais lieferte beste Erträge, allerdings nur auf guten Böden, beim Getreide wurde ein Viertel der Ernte Raub der Nässe - während andere Bundesländer von Dürre geplagt wurden. Für den Hopfen stand das Wetter günstig, ideal auch für Soja.

Christa Bluemel
Christa Bluemel

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